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II. 6. Die Dichtigkeit der Bevölkerung.
Wasserfläche auf (1313 ha), ihm folgen Düsseldorf
(831 ha), Magdeburg (582 ha), Duisburg (557 ha),
Stettin (489 ha) und Cöln (416 ha). Über die kleinste
Wasserfläche verfügt in dieser Städtegruppe Neu
kölln mit 6 ha. Berechnet man die Einwohnerzahl
auf 1 ha trockener Fläche, so ergibt sich für Berlin
die größte Dichte mit 334,3 Einwohnern auf 1 ha.
Nach ihm kommen Neukölln (früher Rixdorf ge
nannt) und Berlin-Schöneberg mit 200,9 bzw. 182,7,
dann Hamburg mit 143,7, Charlottenburg mit
134,1, Berlin-Wilmersdorf mit 132,7, Breslau mit
127,4, endlich die übrigen Großstädte mit weniger
als 100 Einwohnern auf 1 ha trockener Fläche.
Die Zunahme der Einwohnerzahl im Jahr
fünft 1905/10 wies, wie die folgende Zusammen
stellung zeigt, große Unregelmäßigkeiten auf. Zur
besseren Übersichtlichkeit sollen folgende drei
Gruppen von Städten unterschieden werden:
1. Städte, in denen die Zunahme 20 % überstieg,
2. solche, deren Zunahme größer war als die im
ganzen Reiche (7,1 %) und 3. solche, in denen
diese Zunahme nicht erreicht wurde. Werden ferner
diese Großstädte nach dem Grad ihrer Zunahme
geordnet, so gelangt man zu folgenden Ergebnissen.
12 Städte fallen auf die Gruppe 1:
Neukölln (früher Rixdorf)
mit 54,57 %
Zunahme
Düsseldorf*)
„ 41,64%
11
Kiel
.. 29,22%
Charlottenburg*) ........
„ 27,73%
li
Essen*)
, 27,36 %
li
Cassel
„ 27,17%
ll
Frankfurt a. M.*)
., 23,76%
ll
Berlin-Schöneberg
„ 22,56%
^l
Dortmund
., 22,01%
11
Hannover*)
„ 20,94%
11
Karlsruhe
.. 20,73%
H
Cöln*)
„ 20,48%
”
Die zweite Gruppe umfaßt 20 Städte:
Duisburg
mit 19,31 % Zunahme
Mannheim
„ 18,45%
11
Crefeld
„ 17,28 %
11
Leipzig*)
„ 17,11%
„
Magdeburg*)
„ 16,21%
11
Hamburg*)
., 15,97%
11
Bochum
.. 15,59%
11
Gelsenkirchen
... 15,31%
11
Bremen*)
,. 15,16%
11
Plauen
., 15,08%
11
Stuttgart*)
. ,. 14,82%
11
Posen
.. 14,53%
Chemnitz*)
.. 17,51 %
11
Nürnberg*)
., 13,15%
11
München*)
,, 10,67%
11
Königsberg*)
„ 9,93 %
11
Breslau*)
., 8,75 %
11
Barmen
,. 8,41 %
11
Aachen
.. 8,36 %
..
Wiesbaden • • •
, 7,97 %
11
Die dritte Gruppe umfaßt 9 Städte:
Danzig mit 6,70 % Zunahme
Straßburg ., 6,69 % „
Halle „ 6,43%
Dresden*) „ 6,06% ,,
Stettin*) „ 5,35 %
Braunschweig „ 5,25 % „
Elberfeld „ 4,51 %
Altona „ 2,56 % „
Berlin*) „ 1,53%
Die jüngeren Großstädte i haben eine besonders
hohe Zunahme. aufzuweisen; dagegen gehören von
den 19 Großstädten, die bereits 1905 mehr
als 200 000 Einwohner zählten, nur 6 in
die erste, 10 in die zweite (darunter Hamburg)
und 3 sogar in die dritte Gruppe (darunter
Berlin). Auf die verminderte Zunahme einiger
Großstädte wurde übrigens bereits in der Bearbei
tung der Volkszählungsergebnisse des Jahres 1905
hingewiesen. In der genannten Veröffentlichung,
Heft XXIII der Statistik des Hamburgischen
Staates, Seite 72, wurde die zeitliche Vergleichung
der Bewohnerzahlen der Großstädte in den einzelnen
Volkszählungsperioden seit 1871 so eingehend be
handelt, daß die vorliegende Bearbeitung sich auf
die Vergleichung der Zahlen von 1871 und 1905 mit
denjenigen der letzten Volkszählung beschränken
kann.
Zur Ergänzung dieser Zahlen ist aus der
Statistik des Deutschen Reiches, Bd. 240,1, Seite 69,
unter Änderung der Anordnung der Reihenfolge eine
Aufstellung übernommen worden, welche die Ein
wohnerzahl und Gemarkungsfläche der einzelnen
Großstädte zur Zeit der Volkszählungen von 1871
und 1910 behandelt und außerdem über die Agglo
meration der meisten Großstädte Auskunft gibt. Da
der um eine Großstadt gelegte Zehnkilometerkreis
mitunter andere Großstädte umschließt (z. B. Ham
burg-Altona), so bleiben im ganzen nur 37 Großstädte
mit ihren Agglomerationen übrig, die anderen
11 Großstädte sind in den 37 Agglomerationen ent
halten. Die Einwohnerzahl aller dieser Agglome
rationen belief sich im Jahre 1871 auf 5 971530 und
im Jahre 1910 auf 18 014111, ist also in 39 Jahren
im Verhältnis von 100 zu 301,7 gewachsen. Weitere
Einzelheiten finden sich in der Abhandlung „Die
großstädtischen Agglomerationen des Deutschen
Reichs“ von Prof. Dr. Sigmund Schott (Heft 1 der
Schriften des Verbandes deutscher Städtestatistiker).
Zum Vergleich mit dem hamburgischen Staat
werden in Tabelle 10 noch die Einwohner
zahlen und Flächengrößen der ein
zelnen 26 Bundesstaaten (einschließlich
Elsaß-Lothringen) mitgeteilt. Der Einwohnerzahl
nach befindet sich Hamburg an achter Stelle, in der
Fläche stehen ihm aber nur Schaumburg-Lippe,
Reuß ä. Linie, Lübeck und Bremen nach, so daß
Hamburg den 22. Platz einnimmt. Der Bevölke
rungsdichtigkeit nach steht es jedoch mit 2448 Be
wohnern auf 1 qkm an erster Stelle. In weitem
Abstande folgen Bremen mit 1168, Lübeck mit 392,
(Fortsetzung des Textes Seite 23.)
*) Städte, die bereits 1905 mehr als 200 000 Einwohner hatten.