V. Die Bevölkerung nach dem Religionsbekenntnis.
53
Katholiken
Israeliten
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0 *
n . *
# J #
männl.
weibl.
ZUS.
männl. weibl.
ZUS.
1871 . . . .
... 4 879
2 892
7 771
6867
6929
13 796
1880 ....
... 7 509
4 554
12 063
8027
7997
16 024
1885 ....
... 9523
5 876
15 399
8363
8485
16 848
1890 ....
... 14 535
8 909
*) 23 444
8853
9024
’) 17 877
1895
... 14 505
10 013
24 518
8510
8798
17 308
1900 ....
... 18 515
12 388
30 903
8786
9163
17 949
1905 ....
. . . 24 869
15 770
40 639 •
9709
9893
19 602
1910 ....
... 31 477
19 718
51 195
9576
9896
19 472
Während die absolute Zahl der Katholiken seit
dem Jahre 1871 bis zum Jahre 1910 von 7771 auf
51195, d. i. auf weit mehr als das Sechsfache, ge
stiegen'ist, finden wir bei den Juden nur eine Ver
mehrung um weniger als die Hälfte der ursprünglichen
Zahl. Die Volkszählungen von 1895 und 1910 stellten
sogar eine Abnahme der Juden gegenüber 1890 bzw.
1905 fest.
Aus der folgenden Übersicht, deren Zahlen
namentlich für die Einschulung von Bedeutung sind,
wird die Anzahl der Kinder und der Erwachsenen
innerhalb der einzelnen Bekenntnisgruppen er
sichtlich.
Bekenntnis
gruppen
Evang. - Luth.
Separ. Evang.
Reformierte .
ICath.(R.u.G.)
Andere Kath.
And. Christen
Israeliten ...
Bek. and. Rel.
Unbest. Rieht.
Ohne Angabe
Erwachsene Kinder
männl. weibl. zus. männl. weibl. zus.
327 535 350 049 677 584 123 298 121323 244 621
131
3 362
26 586
111
1 312
7 684
602
4 748
427
146
2 831
15125
35
1461
8 093
93
1 771
120
277
6 193
41 711
146
2 773
15 777
695
6 519
547
22
665
4 550
8
494
1 803
27
1 078
68
36
1 360
9 325
13
1010
3 695
58
2189
135
Unter 100 Personen eines jeden Bekenntnisses befanden sich im
hamburgischen Staate
Erwachsene
Bekenntnis
gruppen
Evang.-Luther. . .
Separ. Evang. . . .
Reformierte
Kath. (R. u. G.) ..
Andere Katholiken
Andere Christen .
Israeliten
Bek. and. Religionen
Unbest. Richtungen .
Ohne Angabe
männl. weibl.
35.51
41,85
44.51
52,09
69,81
34,68
39,46
79,95
54,62
62,61
37,96
46,65
37,48
29,64
22,01
38,62
41,56
12,35
20,84
17,60
ZUS.
73,47
88,50
81,99
81,78
91,82
73.30
81,02
92.30
74,86
80,21
Kinder
männl. weibl.
13,37 13,16
4,47
9,20
9,86
3,15
13,64
9,72
4,12
12,76
9,82
7,03
8,81
8,91
5,03
13,06
9,26
3,58
12,38
9,97
26,53
11,50
18,01
18,27
8,18
26,70
18,98
7,70
25,14
19,79
Im einzelnen zeigen sich hier geringe Abweichun
gen von den Verhältnissen des Jahres 1905. Am
stärksten waren die Kinder bei der kleinen Gruppe
der „anderen Christen“ vertreten (26,70 %), ihnen
schlossen sich die Evangelisch-Lutherischen mit
26,53 % an; im weiteren Abstand folgten dann die
Angehörigen keiner bestimmten konfessionellen
Richtung (25,14 %). Am niedrigsten war die Kinder-
zahl bei den ganz kleinen Gruppen der „anderen
Katholiken“ (8,18 %) und der „Bekenner anderer
Religionen“ (7,70 %). Der Anteil der Kinder an den
Gruppen der Katholiken, Reformierten und
Israeliten, der im Jahre 1905 für jede der Gruppen
*) Hierunter 18 975 kathol. bzw. 7 710 israel. Fremdgeborene.
noch gegen 21 % betrug, war bei den einzelnen Be
kenntnissen gleichmäßig gesunken und belief sich im
Berichtsjahre nur noch auf 18 bis 19 %.
Die Tabelle 26 gibt für das hamburgische Stadt
gebiet einen Überblick über die Angehörigen der
verschiedenen Religionsbekenntnisse nach dem
Herkunftsland. Die Aufstellung. geht von der
; Wohnbevölkerung aus und gliedert die nicht
ortsgeborene Bevölkerung in männliche und weib
liche, erwachsene und schulpflichtige Personen. Für
das Stadtgebiet erscheint Schleswig-Holstein, das
von sämtlichen Herkunftsländern die meisten Ver
treter in allen Bekenntnisgruppen der religiösen
Bekenntnisse abgab, als Hauptherkunftsland. Es
entsandte zum weitaus überwiegenden Teile An
gehörige des evangelisch-lutherischen Glaubens.
Bei den zugewanderten Schleswig-Holsteinern aller
Religionsbekenntnisse überwog das weibliche
Geschlecht.
Die folgende Übersicht bringt unter Zugrunde
legung der Tabelle 26 einige Prozentzahlen über den
Anteil der verschiedenen Herkunftsländer an den
fremdbürtigen Angehörigen des evangelisch-lutheri
schen, katholischen und israelitischen Bekenntnisses
nach dem männlichen und weiblichen Geschlecht.
In der Stadt Hamburg stammten von 100 fremd
bürtigen Angehörigen der genannten Konfessionen
aus folgenden Herkunftsländern:
Männer Frauen
Herkunftsland
Evang.-
Wlieriseh
Katholisch
(Pu 11 Gr.l
Israelit.
Evang.- Katholisch
Intlieriscli (R. n. Gr.)
Israeli!.
Schleswig-Holstein.
35,15
14,29
17,25
42,15
15,50
20,öl
Beide Mecklenburg
Regbz. Hannover,
10,54
1,21
2,41
12,29
1,55
4,il
Stade, Lüneburg.
10,05
5,77
6,37
11,90
6,31
8,79
Berlin
3,32
4.45
10,15
2,29
4,02
7,83
Provinz Sachsen. ..
3,45
1,96
1,82
2,68
2,16
2,11
Königreich Sachsen
Westfalen, Rhein-
3,07
2,36
1,66
1,83
2,15
1,81
land u. Hohenz.
2,81
0,45
11,78
4,96
1,71
10,97
5,19
Bayern
6,40
2,06
0,45
6,47
7,45
2,26
7,72
Österreich-Ungarn .
Dänemark, Schweden
0,30
8,78
11,24
0,21
u. Norwegen ....
1,02
0,35
1,21
0,68
0,42
1,70
Großbritannien ....
0,51
0,67
2,30
0,45
0,52
1,97
Rußland
0,19
1.57
2,37
0,19
0,54
2,34
Nord-Amerika
0,48
0,45
1,88
0,43
0,47
1,45
Es ergibt sich aus dieser Aufstellung, daß nach
Schleswig-Holstein für die evangelisch-lutherische
Konfession hauptsächlich die beiden Mecklenburg,
Hannover, Provinz und Königreich Sachsen, für die
j katholische Konfession Westfalen, Rheinland und
| Hohenzollern sowie Österreich-Ungarn, Bayern,
Hannover und Berlin, für das israelitische Bekennt
nis Österreich-Ungarn, Berlin, Hannover und West
falen vorwiegend in Betracht kamen. Der Anteil
des weiblichen Geschlechts zeigte für die einzelnen
Herkunftsländer ähnliche Abstufungen wie der des
männlichen Geschlechts. Doch wird auch hier
wieder die bereits in früheren Jahren gemachte
Beobachtung bestätigt, daß aus den benachbarten
Gebieten ein stärkerer Zuzug von weiblichen Per
sonen als von Männern stattfand, daß dagegen bei
(Fortsetzung des Textes siehe Seite 60.)