Full text: Tote und lebendige Wissenschaft

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also nicht der Fall, daß die jeweils höhere Ganzheit auch die 
umfassendere Ausgliederungsfülle, das mächtigere 
Eigenleben, besäße. Wir kleiden diese Einsicht in den 
Satz: 
10. Die Ausgliederungsmacht der oberen 
über die untere Ganzheit ist auf allen 
Stufen gleich; aber die Ausgliederungs 
fülle der Ganzheiten ist auf allen Stufen 
verschieden. Daraus folgt, daß es zwar keine schwachen 
oder lockeren Ganzheiten gibt, die nur eine geringe Aus 
gliederungsmacht besäßen; denn die Ausgliederungskraft muß 
dort, wo sie in Geltung ist, auch vollständig wirken. Es gibt 
nur entweder Ganzheiten oder bloße Haufen, Aggregate — 
ein Mittelding ist nicht denkbar. Aber es zeigt sich, daß der 
Geltungsbereich der Ausgliederung mehr oder weniger Sach 
gebiete umfassen kann und daß diese wechselnde 
Fülle der A u s g l i e d e r u n g s g e b i e t e unab 
hängig ist von der Stufe, auf der sich die 
Ganzheit befindet. Darum ist es der Fall, daß die 
Volkswirtschaft eine Ganzheit darstellt, die fast die gesamten 
Sachgebiete der Wirtschaft ausgliedert; die über ihr befindliche 
Weltwirtschaft dagegen eine solche, die nur verhältnismäßig 
wenige Sachgebiete ausgliedert. Daraus ergibt sich eine 
weitere grundlegende Folgerung, die einen allgemeinen ver 
fahrenmäßigen Grundsatz festlegt. Sie lautet: 
11. Die Theorie jeder wirtschaftlichen Ganz 
heit hat sich auf die Untersuchung ihrer sach 
lichen Ausgliederungsfülle aufzubauen. 
Die Lehrstücke vom Wesen der Volkswirtschaft, wie sie 
bei List, Adam Müller, Carey, Dühring und den Merkantilisten 
vorliegen, beruhen zum guten Teile auf der sachlichen Zer 
gliederung der Ausgliederungsfülle, die der Ganzheit „Volks 
wirtschaft" von Natur zukommt. Dagegen sind die Lehren
	        
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