Object: Das Lebenswerk von Karl Marx

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hier steht der Geist im Banne der quantifizierenden Methode) als 
ob es nur einer immer noch stärkeren Vermehrung des Besitzes an 
Wissen bedürfte, um schließlich zu erkennen: „was die Welt im 
Innersten zusammenhält". So fühlt sich auch jeder Naturforscher 
als ein Glied in einer großen Kette. Er steht auf den Schultern 
seines Vormanns und wer es schließlich erlebt, wird so hoch ge- 
süegen sein, daß er die Sterne greifen kann. Er fühlt sich aber 
auch nur als der (unpersönliche) Mehrer im Reiche seiner Wissenschaft. 
Das Wissen von der Natur wird objektiviert, sobald es zu Tage 
gefördert ist. Die einzelnen Erkenntnisse erscheinen als rein sachliche 
Erkenntnisse ohne jede persönliche Note. Kein Mensch sieht dem 
Fallgesetz an. daß Galilei, dem Verbrennungsgesetz, daß Lavoisier, 
dem Gesetz von der Erhaltung der Kraft, daß Rob. Mayer sein 
Vater ist. 
Ganz das Gegenteil trifft für die Geisteswissenschaften zu. 
Hier trägt jede Leistung einen persönlichen Charakter, und wenn es 
auch nur (wie meist) der Charakter der Stümperei ist. Die großen 
Schöpfungen sind aber höchstpersönliche Werke wie der Moses von 
Michelangelo oder der Fidelio von Beethoven. Sie reihen sich des 
halb auch nicht irgendwo in eine Kette von andern Leistungen ein. 
Sie stehen für sich da, neben andern. Sie fangen von vorn an. ein 
Wissensgebiet zu durchleuchten. Von irgend welchem Ansammeln von 
objektiver Erkenntnis (wenn man von dem Tatsachenmateriale ab 
sieht) ist keine Rede; von einem Weiterbauen ebensowenig. Die 
Geschichte der Wissenschaft vom Menschen stellt sich uns nurmehr 
dar als ein Nach- und Nebeneinander persönlicher Schöpfungen, die 
sich dann von Zeit zu Zeit zu bestimmten Manieren. „Methoden" 
genannt, verhärten, um die ein oft recht unnützer Meinungskampf 
entbrennt. Es sind dann die Kleinen, die sich dieser oder jener
	        
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