Full text : Tote und lebendige Wissenschaft

Verlag  von  Gustav  Fischer  in  Jena

Wesen  und  Ziele  der  Wirtschaftsphilosophic.  Von  Prof.  Dr.
h.  c.  Rttd.  Stolzmann,  Senatspräsident  a.  D.,  Charlottenburg.  Aus
dem  Entwurf  eines  zusammenfassenden  Vortrags,  abgedruckt  als  systematische ­
  Ergänzung  zu  des  Verfassers  ..Grundzüge  einer  Philosophie
der  Volkswirtschaft".  52  S.  gr.  8°  1923  Rmk  1.—
Inhalt:  Einleitung  und  Programm.  —  1.  Die  Philosophie  als  Wissenschaft  vom
Ganzen.  2.  Die  Volkswirtschaft  als  ein  Ganzes.  3.  Der  Ursprung  der  Erkenntnis.  4.  Die
Unterscheidung  von  Form  und  Inhalt.  5.  Ursprung,  Form  und  Inhalt  der  volkswirtschaftlichen ­
  Erkenntnis.  6.  Natur  und  Freiheit.  7.  Natur  und  Freiheit  (Kausalität  und
Zweck)  in  der  Volkswirtschaft.  8.  Die  Wertlehre.
Die  Geineinwirtschaft.  Untersuchungen  über  den  Sozialismus.  Von
Prof.  Dr.  Ludwig  Mises,  Wien.  VIII.  503  S.  gr.  8°  1922
Rmk  6  —,  geb.  8.—
Inhalt:  Einleitung.  —  I.  Liberalismus  und  Sozialismus.—  II.  Die  Wirtschaft ­
  des  sozialistischen  Gemeinwesens.  1.  Das  isolierte  sozialistische  Gemeinwesen. ­
  2.  Das  sozialistische  Gemeinwesen  im  Verkehr.  3.  Besondere  Gestaltung  des  sozialistischen ­
  Ideals  und  psendosozialistische  Gebilde.  III.  Die  Lehre  von  der  Unentrinnbarkeit
  des  Sozialismus,  l.  Die  gesellschaftliche  Entwicklung.  2.  Kapitalskonzentration ­
  unk,  Monopolbildung  als  Vorstufe  des  Sozialismus.  —  IV.  Sozialismus  als
sittliche  Forderung.  —  V.  Der  Destruktionismus.  —  Schluß:  Die  geschichtliche
Bedeutung  des  Sozialismus.
Das  Buch  von  Professor  Mises  hat  in  der  wissenschaftlichen  Welt  großes  Aufsehen  erregt ­
  und  zu  einer  Reihe  von  wissenschaftlichen  Diskussionen  Anlaß  gegeben.  Allein  über
das  eine  in  dem  Werke  zuerst  berührte  Problem  „die  Wirtschaftsrechnung  im  sozialistischen
Gemeinwesen"  ist  eine  ganze  Literarur  entstanden.
In  seinem  Aufsatze  „Sozialpolitische  Wandlungen  in  der  wissenschaftlichen  Nationalökonomie" ­
  („Der  Arbeitgeber".  1923.  1.  Febr.),  der  den  Anstoß  zu  den  unter  dem
Schlagworte  „Die  Krisis  in  der  Sozialpolitik"  in  der  „Sozialen  Praxis"  (1923)  erschienenen ­
  bekannten  Erörterungen  gegeben  hat,  sagt  Professor  Herkner  bei  Erwähnung  der
den  Kathedersozialismus  ablehnenden  Nationalökonomen:  „Die  weitaus  bedeutsamste
Leistung  dieser  Richtung  tritt  uns  in  dem  glänzend  geschriebenen,  gedankenreichen  Werke
des  Wiener  Nationalökonomen  L.  Mises  „Die  Gemeinwirtschafk"  entgegen.  Im  Vollbesitze ­
  der  modernsten  wissenschaftlichen  Errungenschaften  übt  der  Autor  eine  geradezu  zermalmende, ­
  zum  Teil  von  durchaus  neuen  Gesichtspunkten  ausgehende  Kritik  an  dem  Sozialismus ­
  jeder  Spielart  und  an  allem,  was  er  als  Sozialismus  ansieht.  Der  Sozialismus
ist,  wie  er  nachweist,  ganz  außerstande,  auch  nur  den  bescheidensten  Ansprüchen  in  bezug
auf  die  Wirtschaftlichkeit  der  Produktion  zu  genügen,  weil  er  seinem  Prinzip  nach  die
Selbstverantwortlichkeit,  das  Selbstinteresse  und  die  Geldwertrechnung  ausschaltet.  Ohne
letztere  ist  rationales,  wirtschaftliches  Handeln  aber  ganz  undenkbar."
Arbeitsgliederung  und  Arbeitsverschiebung.  Grundzttge  einer
Theorie  der  volkswirtschaftlichen  Dynamik  und  der  Krisen.  Von
Prof.  Dr.  August  Uhl.  (Abhandlungen  des  wirtschaftswissenschaftlichen
Seminars  zu  Jena.  Begr.  von  I.  Pierstorff,  Hrsg,  von  Fr.  Gutmann ­
  und  G.  Keßler.  Bd.  17,  Heft  1.)  V,  177  S.  gr.  8«  1924
Rmk  6  —
Inhalt:  Einleitung.  —  I.  Teil.  Die  Arbeitsgliedcrung.  1.  Die  Begriffe
Arbeitsteilung  und  Arbeitsgliederung.  2.  Die  Arbeitsgliedcrung  vom  historischen,  tech-  '
Nischen  unv  sozialwirtschaftlichen  Gesichtspunkt.  3.  Die  schematische  Darstellung  der  wirtschaftlichen ­
  Zusammenhänge.  —  II.  Teil.  Die  A  rb  eitsverl  chiebung.  >.  Der  Begriff ­
  der  Arbeitsverichiebung.  2.  Die  gegenseitige  Abhängigkeit  der  beruflichen  Arbeit.
3  Die  Korrelation  der  Arbeit.  4.  Die  potentielle  Arbeitsverschiebung.  5.  Das  Verhältnis
der  Arbeit  zur  Kaufkraft.  6.  Die  Ursachen  der  Arbeitsverschiebung.  Die  Herkunst  der
freien  Kaufkraft;  insbesondere  die  Rente.  8.  Die  übrigen  Quellen  der  freien  Kaufkraft.  —
Schluß.  —  Literaturverzeichnis.
Soziale  Praxis,  1924,  Nr.  51:  Nach  einer  kurzen  Erörterung  der  Arbeitsglicderung
  d.  h.  des  bestehenden  Wirtschaftsaufbaues  aus  Berufen  und  Wirtschaftseinheiten
untersucht  der  Verfasser  die  Störungen  des  Wirtschaftslebens,  wie  sie  sich  in  Arbeitsverschiebungen ­
  auswirken.  Die  Herkunft  und  Wirkung  der  freien  Kaufkraft,  insbesondere  der
Rente  als  der  wesentlichen  Ursache  der  Arbeitsverschiebung,  wird  eingehend  dargestellt.  Das
Buch  ist  anregend  und  läßt  manche  bekannten  Zusammenhänge  in  neuein  Licht  erscheinen.
            
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