Grundzüge
einer Philosophie der Volkswirtschaft
Versuch einer Volkswirtschaftslehre auf philosophischem Grunde
Von
Rudolf Stolzmann
Professor und Ehrendoktor der Staatswissenschaft, Senatspräsident a. D.
Zweite, vervollständigte Auflage, mit einem Anhang:
Wescn und Ziele der Wirtschafsphilosophie
VIII, 221 u. 64 S. gr. 8° 1925 Rmk ll.—, geb. 12.50
Inhalt: Einleitung. — I. Allgemeiner Teil. l. Die Abgrenzung des wirtschaftsphilosophischen
Feldes. 2. Die Philosophie ist srzial, zunächst eine Erkenntnistheorie.
3. Das Soziale in der Metaphysik. 4. Das Soziale in der Eihik. 5. Znsommenfassung.
6. Die Philosophie als Schlüssel zur sozialen Erkenntnis. 7. Individuum und Gesellschaft.
8. Die Unterscheidung der natürlichen und der sozialen Kategorien in der Volkswirtschaft.
9. Die Bedeutung der sozialen „Machtverhältnisse". — II. Die angewandte Wirtschaftsphilosophie.
IO. Das Problem des Eigentums, il. Fortsetzung: Das Eigentum
in der Zukunft. 12. Das Arbeitsproblem. 13. Das Wesen des Kapitals 14. Die
Konkurrenz als Bindeglied zwischen Individual- und Sozialprinzip. 15/16. Das Verhältnis
zwischen Kapital und Arbeit. 17 Die Wege der Versöhnung. 18. Die Anwendung
auf das Bereiligungsproblem. 19. Das Wertproblem. Der Wert „an sich".
Vom Standpunkt philosophischer Erkenntnis versucht dieses Werk in die Zusammenhänge
volkswirtschaftlicher Grundlagen einzudringen. Sie unternimmt eine kritische Untersuchung
über den Empirismus, der sich bisher in allen drei Zweigen der Nationalökonomie,
in der Wirtschaftsgeschichte, in der Wirtschaftstheorie und in der Wirtichaftspoliiik
hervorgetan und alle philosophische und soziologische Allgemeinbetrachtung aus dem Gebiete
volkswirtschaftlicher Wissenschaft nach des Verfassers Meinung herausgebildet hat. Die
damit zusammenhängenden Erscheinungen, welche den Empirismus und Naturalismus
kennzeichnen, erfahren eine eingehende Begründung, die aus der Tiefe sozialphilosophischer
Würdigung, insonderheit aus den Ergebnissen einer allgemeinen Bolkswirtschaftsphilosophie
gewonnen wird.
Jahr bücher für Nationalökonomie, Bd. 68, H. 2: . . . Der durchgehende Gedanke
ist, daß in der Gesellschaft das individuelle und das soziale Prinzip untrennbar als
Pol und Gegenpol verbunden sind, daß jede Einseitigkeit, die nur einen Pol im Auge
hat, zum Irrtum und zur praktischen Unmöglichkeit führen muß. Der im Privateigentum
verkörperte Egoismus kann sich den Forderungen der anderen gar nicht entziehen, da er der
anderen für seine Zwecke bedarf. . . . Das Buch ... ist anregend geschrieben und enthält
viele gute Gedanken, die zum weiteren Selbüdenken anregen. Paul Barth (Leipzig)
Literarisches Zentralblatt für Deutschland 1921, Nr. 38: ... Stolzmann
versucht ein „eigenes, in sich geschlossenes System der Volkswirtschaftsphilosophie". In
der Philoiophie überhaupt verankert, wird das Soziale in der Erkenntnistheorie, Metaphysik,
Ethik gesucht, und dann die philosophische Erkenntnis über das Verbältnis von
Individuum und Gesellschaft auf Eigentum. Konkurrenz, Arbeit, Kapital und Wert angewandt.
Es werden diese Haupibegriffe als „Ansicbbegriffe", d. h. „in ihrer übergeschichtlichen
allgemeinphilosophlschen Bedeutung" herausgearbeitet. Karl Eugen Nickel
Das Volk (Jena), 2. Juli 1921 : . . Das vorliegende Werk gehört zu den tiefst
schürfenden Arbeiten eines wirklich philosophischen Denkers, der zum
mindesten wieder die eigentlichen Kernprobleme der Wirtschaftstheorie „gründlich
erfaßt und aus dieser, in die Gründe dringenden Fragestellung heraus theoretisch zu lösen
sucht. Gerade jetzt, wo die Gemeinwirtschaft als zukünftige Form der Bolkswirtichait
im Werden ist, sollte das Buch von allen gelesen werden, die in dem Chaos der Gedanken
weder aus noch ein wissen. Es ist ein Bucki, das man als Sozialdemokrat nicht ohne
wertvolle Bereicherung durch neue Gesichtspunkte, wenn auch nicht ohne Widerspruch, aus
der Hand legt — eine „Streitschrift" im besten Sinne des Wortes.
l)r. Eberhard Zschimmer