Full text: Tote und lebendige Wissenschaft

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nur eine Anhäufung, ein Konglomerat, nur eine Summations 
erscheinung. Alle vom Tausch abgeleiteten Erscheinungen 
könnten daher nur als Anhäufungen und zufällige Zusammen 
setzungen erklärt werden, niemals als organische Glieder. 
Die individualistische Auffassung kommt denn auch demgemäß 
überhaupt zu keiner Volkswirtschaft, zu keinem 
obersten Ganzen, wofür die „Freihandelslehre", indem sie 
eine Volkswirtschaft gar nicht anerkennt, ein beredter Aus 
druck ist. Ein anderes Beispiel dafür ist die Arbeitsteilung. 
Arbeitsteilung, wie Smith sie sich vorstellt, als mosaikartige Zu 
sammensetzung einzelner Handlungen, gibt es nicht. Auch der 
Begriff von sog. „Arbeitsvereinigung" ist schief; als ob die 
einzelnen Arbeiten hinterdrein „vereinigt" würden! Richtig 
ist allein der Begriff der Arbeits-Gliederung. Das Ganze des 
Arbeitsvorganges mit seinen Gliedern, d. h. die Ganz 
heit mit ihrer bestimmten Arbeitsaus 
gliederung ist die alleinige Wirklichkeit; 
denn nur das Glied gehört dem Ganzen an, außerhalb des 
Ganzen hat es kein Dasein. — Im übrigen werden sich die 
Gegensätze bei der weiteren Behandlung der Begriffe noch 
deutlich genug zeigen. 
2. Angesichts der gegebenen Beweisführung bliebe viel 
leicht für den Individualisten noch die Möglichkeit, zu erklären: 
die Tauschhandlungen sind allein die Handlungen der einzelnen 
Wirtschafter; die Folgen dieser Handlungen dagegen sind 
solche für die Ganzheit der Volkswirtschaft. — Hierin läge aber 
nur eine leere Scheinweisheit. Eine wirtschaftliche Hand 
lung und Erscheinung ist wirtschaftlich ganz allein durch ihre 
„Folgen", d. h. durch ihre Leistungen (Funktionen) definiert, 
eine andere Bestimmtheit hat sie überhaupt nicht. „Pferde 
kauf" schließt in sich eine Bedeutung (Leistung, Funktion) 
des Pferdes für den Betrieb, in dem es arbeiten soll, wie für 
jenen aus dem es austritt, und damit für die Volkswirtschaft,
	        
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