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Die Gewerbetreibenden.
nur eine geringe Meinung, wenn auch bei der Mangelhaftigkeit der
Quellen nicht ausgeschlossen bleibt, dass in den norddeutschen
Städten die Gewerberegister in Wirklichkeit reichhaltiger ausge
fallen sind. Dass beispielsweise Nürnberg in seiner gewerblichen Ent
wickelung derartig hinter Frankfurt a. M. z.urückgestanden haben
sollte, ist ganz unwahrscheinlich und nur aus der Dürftigkeit der
bisher kundgewordenen Forschung zu erklären. Recht charakte
ristische Unterschiede zwischen Nord- und Süddeutschland wollen
sich übrigens aus den Verzeichnissen nicht ergeben. Frankfurt
scheint Lübeck, bezw. Hamburg vorausgeeilt zu sein in der Metall
verarbeitung, der Textilindustrie und den Haugewerben. Wenigstens
sind in diesen Gewerbegruppen mehr Specialitäten nachweisbar.
Doch bleibt es immer misslich bei derartigem Material bestimmte
Unterschiede sicher behaupten zu wollen. Im Ganzen rufen beide
Verzeichnisse den Eindruck hervor, als ob in Lübeck-Hamburg
einerseits und Frankfurt-Nürnberg andererseits die Industrie D
Umfang und Arbeitstheilung ziemlich die gleiche Physiognomie
aufgewiesen hätte. Etwas anderes ist es mit der numerischen Ver
tretung und der Leistungsfähigkeit, für deren Vergleichung uns
kein Material zur Verfügung steht.
Weit unzuverlässiger erscheint das über Rigas Gewerbe
15. und 16. Jahrhundert aufzustellende Verzeichniss, obwohl zu den
genannten Quellen noch die Hücher der Hierträgergilde, die jüngeren
Kämmereirechnungen und das älteste Rentebuch ‘ kommen, auS
denen ebenfalls verschiedene (iewerbe-Hezeichnungen sich ergeben-
Während man im 14. Jahrhundert 92 verschiedene (xewerbearten
nachweisen kann, lassen sich im 15. 142, aber im 16. nur 103 erkennen-
Eine rückläufige Hewegung in der Ausbildung der gewerbliche^
Thätigkeit ist nicht wahrscheinlich. Vielmehr wird sich der scheid'
bare Rückgang aus der Verschiedenheit des Materials erklären,
auf dem die beiden Verzeichnisse aufgebaut sind. Aus einer \
gleichung der im 15. Jahrhundert gegenüber dem vorhergehendeil
fehlenden Gewerbe, Übersicht IV, wird sich am besten ergeben,
ob ein Fort- oder Rückschritt anzunehmen ist. Die (Gruppe tlef
landwirthschaftlichen Gewerbe hat den Vogelfänger und den Honich'
Stieger eingebüsst, was nicht unwahrscheinlich ist. Kalk konnt^
Riga nicht entbehren und musste die zu seiner Herstellnnf,
1 Mettigs handschriftliche Auszüge aus den jüngeren Kammereirechnung«|j
V. 1405—73, 1514—16 u. 1555 U. 1556 und dein ältesten Kentehuch v. 1453
u. a. m. sind herangezogen worden.