Full text: Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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scheinen, und ich will daher um eine bestimmte huldreichste Vor 
schrift bitten, wie in Zukunft und dermalen die englischen Wechsel 
begeben werden sollen? Mir ist es ja völlig gleichgültig, und ich 
brauche nicht zu erinnern, daß jedes Nachteil bringende Ereignis 
bey der pünktlichsten Befolgung der höchsten Befehle, worauf alle 
meine Kräfte verwendet werden, mir einige Verantwortlichkeit nicht 
zuziehen kann“. 142 Das Guthaben bei den van Notten hätte zwar nicht 
ganz ausgereicht, um alle fälligen Zahlungen, die bis zum 13. September 
aufgewachsen waren, zu begleichen. Es hätte aber, wenn es zeitig 
abgehoben wurde, zu besserem Kurs verkauft werden können. 
Jetzt war es anders geworden : „Hätten E. K. D. ... gnädigst geruhet, 
mich in meinem Geschäftsgänge nicht aufzuhalten, so hätte ich 
20 000 Pf. St. noch für 141 '/s Batzen für das Pf. begeben können. 
Jetzt sind sie im geringsten Anschlage 6000 fl weniger werth, und 
menschliche Weisheit vermag keinen Ausweg zur Abwendung dieses 
Verlustes zu finden“. 143 
Es scheint, daß diese Darlegungen, an die sich jedenfalls 
weitere mündliche Besprechungen knüpften, ihre Wirkung nicht 
verfehlten. Denn von jetzt ab wurde die Frage Bethmann oder 
Rothschild nicht mehr erörtert. 
Man sieht auch nicht, daß die Bethmann Anstrengungen ge 
macht hätten, um bei den Geschäften des Kurfürsten weiter be 
teiligt zu werden. Jedenfalls gingen ihnen die Rothschild an 
'Zielbewußtsein und Entschlossenheit voran. 
Auch diejenigen Bankiers, mit denen man sonst noch in 
Verbindung stand, wurden während der Exilzeit fast alle fallen 
gelassen. Im Jahr 1807 sind in Buderus’ Kontokorrent außer den 
van Notten und M. A. Rothschild noch drei Kasseler Häuser ver 
treten, der Legationsrat Jordis, der Oberkriegszahlamtsagent 
Michel Simon (später: Michel Simon Meylert) und die Hof- und 
Kriegsagenten Ruben Hesse Goldschmidt seel. Sohn. Lennep, der 
den Kuponvorrat für die Jahre 1806 und 1807 geborgen hatte, 
verteilte diesen an M. A. Rothschild und die drei Kasseler Firmen 
zur Einlösung 144 , sonst würden Michel Simon und Goldschmidt 
vermutlich gar nicht bei Buderus figurieren. Jordis hatte im Jahr 1807 
außer dem Kupongeschäft noch andere größere Aufträge, z. B. 
die Beschaffung der Bestechungsgelder für Lagrange. Im Jahr 1808 
ist Michel Simon bei Buderus nur mit kleinen Beträgen vertreten, 
und haben die Preye & Jordis in Frankfurt nur ein Konto von
	        
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