Full text : Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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Zahlreiche  hessische  Offiziere,  die  sich  geweigert  hatten,  den
Franzosen  dienstbar  zu  sein,  und  die  man  dafür  in  Luxemburg
und  Metz  gefangen  hielt,  ebenso  die  Offiziere,  die  unversorgt  im
Lande  geblieben  waren,  und  die  105  Unteroffiziere,  gemeine  Soldaten
und  sonstigen  Untertanen,  die  sich  in  Besangon  in  Gefangenschaft
befanden,  erhielten  Unterstützungen  im  Gesamtbeträge  von  nahezu
88  000  fl.  Diese  Summe  wurde  teilweise  durch  den  Kriegszahlamtsagenten ­
  [Amschel]  Rothschild  in  Kassel  ausbezahlt.  Das  war  im
Jahr  1807. 172  In  dasselbe  Jahr  und  in  das  Jahr  1809  fallen  die
großen  Aufwendungen,  welche  die  Wiedererlangung  des  erreichbaren
Vermögens,  der  Archivalien  und  des  verlorenen  Landes  bezweckten.
Lagrange  erhielt  für  die  Freigabe  der  in  Wilhelmshöhe  versteckten
Kisten  260  000  Livres  und  seine  Frau  ein  Kollier  für  8500  rf.  Für
Freigabe  der  beim  österreichischen  Gesandten  von  Wessenberg
verwahrten  Sachen  erhielt  Lagrange  außerdem  48  000  Livres.  Die
Weiterbeförderung  der  Kisten  durch  den  Hauptmann  Mensing  kostete
500  rf.  Dann  folgte  die  zweite  Bestechungsaffäre  mit  Lagrange,
die  mit  700  000  Livres  oder  364  000  fl  38  kr  bestritten  wurde.
Die  Gesamtsumme  der  Bestechungsgelder  betrug  samt  Unkosten
535  585  fl  24  ff 173 .
Für  die  Wiedererlangung  des  verlorenen  Landes  wandte  der
Kurfürst  erhebliche  Summen  auf,  meist  ohne  Nutzen.  Unter  den
Beratern  des  Fürsten  befand  sich  kein  ausgesprochener  Politiker,
und  hatte  einer  einmal  einen  guten  Gedanken,  wie  z.  B.  Geylingen,
so  fehlte  es  ihm  doch  an  Stärke,  um  sich  bei  dem  wunderlichen
Herrn  durchzusetzen  oder  ihn  zu  energischem  Vorgehen  zu  zwingen.
Dem  Kurfürst  selbst  mangelte  erst  recht  politische  Einsicht  und
politische  Fähigkeit,  besonders  aber  Entschlossenheit  und  Menschenkenntnis. ­
  Die  ganze  Zeit  bis  zur  Errichtung  des  Königreichs
Westfalen  ist  ausgefüllt  von  planlosen  Unternehmungen.
Der  größte  Reinfall  war  der  mit  dem  französischen  Gesandten
Bourienne  in  Hamburg.  Am  28.  Dezember  1806  wurde  mit  ihm
durch  den  Fürsten  Wilhelm  von  Wittgenstein  eine  Negoziation  zur
Wiedererlangung  Kurhessens  abgeschlossen,  und  es  wurden  darauf
alsbald  200  000  rf  in  Laubtalern  zu  1  rf  13  g.Gr.  oder  fl  356756.45.1
24  ff  bezahlt.  Außerdem  erhielt  Bourienne  noch  eine  weit  größere
Summe  zugesichert,  deren  Bezahlung  nach  geschehener  Besitzergreifung ­
  stattfinden  sollte 174 .  Am  15.  April  1807  berichtete
Bourienne  an  Wittgenstein,  der  damals  sich  in  Altona  befand  und
            
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