Full text : Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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zu  machen.  Als  man  später  die  Akten  wieder  verpackte,  um  sie
nach  Darmstadt  zu  bringen,  wurden  diese  Kupons  mitgefaßt.
Nach  Darmstadt  sandte  Rothschild  das  kurfürstliche  Depot,  weil
er  weitere  Haussuchungen  seitens  der  Franzosen  befürchtete.  Die
vier  Kisten  gingen  an  Aaron  Pfungst  daselbst  und  wurden  einem
Abraham  Mayer  anvertraut,  der  sie  bis  zur  Rücklieferung  nach
Kassel  gewissenhaft  aufbewahrte  207 .
Die  Franzosen  hatten  es  bei  ihrem  Vorgehen,  wie  bemerkt,
auf  das  kurfürstliche  Vermögen  abgesehen  und  wandten  sich,
nachdem  ihre  Bemühungen  bei  den  Bankiers  ohne  Ergebnis
geblieben  waren,  gegen  die  bei  dem  Rettungswerk  und  der  Vermögensverwaltung ­
  beteiligten  Beamten.
Schon  im  Laufe  des  Jahres  1807  war  ein  Verhaftbefehl  gegen
Buderus  ergangen,  allerdings  aus  einem  anderen  Grunde.  Der  Oberstleutnant ­
  von  Buttler  hatte  in  Luxemburg  die  Verteilung  der  Gelder
an  die  hessischen  Offiziere  übernommen  (s.  o.  S.  107).  Mehrere  von
diesen  hatten  den  Wunsch  geäußert,  daß  von  der  ihnen  zugedachten
Summe  Zahlungen  an  ihre  Frauen  und  andere  Personen  geleistet
würden.  Dem  war  entsprochen  worden,  und  damit  verringerte  sich
die  nach  Luxemburg  abzuführende  Gesamtsumme.  Buttler  hatte
aber  bei  seiner  Verteilung  auf  diese  Verhältnisse  keine  Rücksicht
genommen,  und  so  fehlten  ihm  zuletzt  250  rf  für  den  Oberstleutnant
Ernst  und  fl  112.9.2  für  den  Major  von  Donop.  Die  Reklamationen
dieser  Herren  wurden  von  Buderus  natürlich  an  Buttler  verwiesen,
und  als  dieser  deswegen  in  einen  weitläufigen  Briefwechsel  mit  dem
Finanzbeamten  eingetreten  war,  erwirkte  der  Oberstleutnant  Ernst
einen  Verhaftbefehl  gegen  Buderus  bei  dem  Marschall  Kellermann
in  Mainz.  Buderus  entging  jedoch  dies  Mal  der  Haft,  indem  er  dem
Oberstleutnant  Ernst  einen  Vorschuß  von  200  fl  zukommen  ließ 208 .
Die  ganze  Sache  würde  gar  keine  Erwähnung  verdienen,  wenn
sie  nicht  dazu  gedient  hätte,  die  Aufmerksamkeit  der  Behörden  von
neuem  auf  Buderus  und  dessen  Verhältnis  zum  Kurfürsten  zu  lenken.
Um  aber  in  wirksamer  Weise  gegen  ihn  vorgehen  zu.  können,  bedurfte ­
  es  der  Aufklärung  über  sein  Verhältnis  zu  den  Bankiers,  und
so  kam  es,  daß  man  sich  zuvor  wiederum  mit  diesen  beschäftigte.
Buderus’  Beziehungen  zu  Lawätz,  zu  dem  Rothschildschen  Bankhaus ­
  und  zu  den  Bansa  &  Sohn  in  Frankfurt,  denen  er  auf  Lawätz
Antrag  im  Frühjahr  1807  vorübergehend  die  Lombardobligationen
der  Hanauer  Kammerkasse  hatte  zedieren  lassen  209 ,  müssen  zur
            
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