Full text : Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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so  daß  derselbe  bis  dato  noch  20  000  fl  an  ihn  zu  fordern  habe.
Über  diesen  und  andere  Punkte  wurden  auch  die  beiden  Söhne
Meyer  Amschels,  dessen  Gattin,  die  jüngste  Tochter  und  zwei
Schwiegertöchter  vernommen.  Dann  wurden  die  Korrespondenz
und  die  Geschäftsbücher  geprüft,  und  in  der  Wohnung  Salomon
Mayers,  der  damals  nicht  in  der  Gasse,  sondern  in  der  Stadt
wohnte,  Haussuchung  gehalten.  Da  jedoch  nirgends  etwas  wirklich
Verdächtiges  zutage  trat,  so  entließ  man  Meyer  Amschel  mit  der
Weisung,  jene  20  000  fl  nicht  eher  auszuzahlen,  als  bis  die  Untersuchung ­
  auch  gegen  Buderus  beendet  sei.  Um  vor  künftigen
Schikanen  verschont  zu  bleiben,  mußte  er  sich  herbeilassen,  dem
Savagner  300  Karolin  auszuhändigen,  worauf  dieser  sich  am  16.  Mai
wieder  nach  Hanau  begab,  um  das  Spiel  gegen  Buderus  fortzusetzen.
Da  letzterer  keinerlei  Anstalten  machte,  um  sich,  wie  Savagner
jedenfalls  erwartet  hatte,  mit  Geld  loszukaufen,  so  wurde  er  gegen
den  Inhalt  des  Kautionsinstruments  am  17.  Mai  wieder  nach  Hanau
geholt.  Die  Polizeiorgane  hatten  die  grundlosesten  und  niedrigsten
Verleumdungen  aufgegriffen ,  um  Buderus,  der  gar  keine  Kasse
geführt  hatte,  als  einen  Spitzbuben  zu  verdächtigen.  Er  sollte  den
Kurfürsten  und  dessen  Handwerker  durch  Unterschlagungen  betrogen
haben.  Im  übrigen  betraf  das  nun  folgende  Verhör  sein  Verhältnis
zu  seinem  früheren  Landesherrn,  sein  Verhältnis  zum  ehemaligen
Regierungsrat  und  Geheimen  Referendarius  Georg  von  Schmerfeld
in  Kassel  und  zum  ehemaligen  Kriegsrat  Lennep.  Auch  über  die
Personen,  denen  er  Pensionen  auszahlte,  was,  wie  bemerkt,  mit
Genehmigung  der  französischen  Autoritäten  in  Hanau  geschah,  und
worüber  die  Akten  vorlagen,  wurde  er  ausgeforscht.  Man  fragte
ihn  auch,  ob  er  damals,  als  er  dem  Kurfürsten  nach  Gottorf  folgte,
am  Tage  seiner  Abreise  und  am  vorhergehenden  Tage  Dokumente
und  sonstige  Papiere  von  Wert  aus  dem  Geheimen  Kabinettsarchiv
in  der  Bellevue  gemeinschaftlich  mit  dem  Archivarius  Gottsched
wegtransportiert  habe.  Buderus  versicherte,  er  könne  mit  dem
feierlichsten  Eide  beteuern,  daß  er  bei  seinem  Abgang  von  Kassel
gar  nichts,  auch  nichts  von  dem  Werte  eines  Hellers  mitgenommen
habe.  Auch  sonst  ergab  sich  an  keiner  Stelle  des  ganzen  Verhörs
etwas  Belastendes  gegen  den  Konstituten.  Einstweilen  jedoch  ließ
Savagner  sein  Opfer  noch  nicht  aus  den  Händen,  ln  Anbetracht
einer  geringfügigen  und  zur  Sache  belanglosen  Abweichung  in  den
Aussagen  Lenneps  und  Buderus’  äußerte  er  die  Absicht,  letzteren
            
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