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den Kriegsrat Oschwind nach Altona befördert (Marbg.: Buderus’ Rechnung
1807, S. 118). Was in den Kisten enthalten war, wird nirgends angegeben.
Vermutlich aber gelangten dieselben gar nicht nach Gottorf, sondern sind
identisch mit denjenigen vier Kisten, die nach England geschafft werden
sollten und unterwegs zugrunde gingen. Sie waren dem Kaufmannsschiff
Leith Packet anvertraut, und das Schicksal dieses Schiffes ist bezeichnend
für die damaligen Zustände auf See. Das Leither Paketboot wurde nämlich
gekapert, dann aber von einem englischen Kutter dem Feinde wieder ab
gejagt, wobei es in der Nähe von der südlichen Einfahrt in den Texel auf
den Strand fuhr. Da es schwer hielt, das Schiff wieder flott zu machen,
so beschloß der Kommandant des englischen Kutters, es in Brand zu setzen,
was denn auch, da es mit Hanf beladen war, den besten Erfolg hatte.
Die Passagiere, acht an der Zahl, waren gerettet. Einer von diesen hatte
ein Schreiben an den Staatssekretär der auswärtigen Angelegenheiten bei
sich, auf dessen Rückseite die vier Kisten verzeichnet waren, ln der all
gemeinen Bestürzung aber, die sich der Passagiere bemächtigt hatte, vergaß
der Mann, den Schiffskommandanten von der Sache in Kenntnis zu setzen,
er übergab das Schreiben erst, als das Schiff samt Kisten bereits verbrannt
war. Indes kann der Inhalt jener Kisten nicht sehr wertvoll gewesen sein,
denn am 27. Januar 1807 schreibt der Kurfürst an Lorentz in London, daß
seines Wissens die vier Kisten noch in Tönning lagerten. Sollten sie aber
wirklich verbrannt sein, so sei der Verlust nicht groß (Carlshausen: Lorentz
an Buderus, 13. Febr. 1807; Marbg.: Lorentzsche Akten 1803—1815).
111. Carlshausen: Der Kurfürst an Buderus, 27. Januar 1807; Lawätz
an Buderus, 25. April 1807.
112. Marbg.: Reservekassenrechnung 1807 und 1808.
113. Marbg.: Wilhelm 1. Exil, Bündel 2.
114 Er hatte auch am 20. September 1807 und öfter sich außer Stande
erklärt, ein Verwendungsschreiben zugunsten des Kurfürsten an Napoleon
zu richten, worauf Geylingen damals alles Gewicht legte. Allerdings wußte
er, daß Napoleon den Kurfürsten haßte. Noch im Dezember 1807 weigerte
er sich ebenso, ein solches Schreiben an den russischen Kaiser zu senden.
(Marbg.: Wilhelm I. Exil, Bündel 1.)
115. Marbg.: Wilhelm 1. Exil, Bündel 2.
116. Marbg.: Wilhelm I. Exil, Bündel 1 (Brief Hänleins vom 17. Juli
1807) und Bündel 2.
117. Kassel: Knatzsche Familienchronik.
118. Marbg.: Wilhelm I. Exil, Bündel 2.
119. Marbg.: Meyer Amschel Rothschild an den Kurfürsten, 15. De
zember 1806.
120. Polizeiverhör 1809.
121. Im September, Oktober und November 1807, ebenso im Februar
1808 schreibt Lennep an Meyer Amschel Rothschild in Hamburg. Am
15. Juli 1808 bescheinigt Meyer Amschel in Itzehoe, vom Kurfürsten einen
Koffer mit Nr. 4 bezeichnet, worin Frankfurter, Mecklenburger und Kaiserlich
Österreichische Obligationen enthalten waren, zum Transportieren empfangen
zu haben. Auf demselben Schein bezeugt Schmincke am 30. Dezember in