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und in dem auch seine Gesinnung gegenüber dem Kurfürsten am besten
zutage tritt: „Eine Bitte habe ich noch. Ich wünschte gerne ein Andenken
von Ihrem verehrungswürdigen Kurfürsten zu haben. Es müßte aber keinen
großen Geldes VC^erth, sondern in der Sache selbst seinen Wert haben.
Kann der heßische Löwenorden einem dänischen Conferenz Rath —
der nach dem Range in der zweiten Classe rangiret — erteilet werden: so
würde ich darum, zum lebenslänglichen Andenken der Gnade, und der Treue
und Anhänglichkeit bitten. Nie habe ich Orden ambitionirt Seitdem aber
mein König mir vor 2 1 /« Jahren den Dannebrog Orden höchst unerwartet
verliehen: so habe ich ihn doch — obschon er leider oft gemisbraucht
worden — dennoch, als Beweis der Treue gegen meinen König, mit Ver
gnügen getragen. Und ich leugne nicht, gegen Ihren edlen Kurfürsten hege
ich edle Gesinnungen der Treue und Verehrung.
Wäre dies aber nicht thunlich: so mögte ich eine andere Bitte wagen;
und diese wäre, um 3 oder 4 hübsche seltene Bäume, die ich zum Andenken
des Kurfürsten, in meinem Garten, — sei es nun daß ich meinen jetzigen
behalte, oder ehestens einen andern erhalte — pflanzen könnte. Ich würde
mich sodann noch oft dabei aller glücklich überstandenen Gefahren, aller
erlebten schönen Beweise von Fürstentreue sowohl als Untertanen Liebe,
mit Dank für die Vorsehung erinnern. Geht beides nicht an: So verzeihen
Sie dennoch, als Freund, die Dreistigkeit dem Freunde, der es wenigstens
herzlich und gut meinet.“
Die Rothschild-Legende.
216. Mitteilung des Oberstleutnants z. D. und Kammerherrn Lothar
von Carlshausen in Stuttgart.
217. Marbg.: Buderus’ Rechnung 1807, S. 128.
218. Zuerst Bd. 7, Abt. 1. 1848. S. 207 f.
219 S. S. 148.
220. Schriften. T. 5. 1840. S 113—122.
221. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände
(Conversations-Lexikon). 7. Ausl. Bd. 9. Leipzig. Brockhaus, 1827. S. 432.
222. S. S. 153 f.
223. Öffentliche Charaktere. T. 1. 1835. S. 286.
224. Memoirs of Sir Thomas Powell Buxton. London 1848. S. 345.
Die Mitteilung über die Rettung des kurfürstlichen Vermögens ist in einem
Briefe enthalten, der bereits am Tage nach der Unterredung mit Nathan
Mayer Rothschild, am 14. Febr. 1834, abgefaßt wurde.
225. Der Auftrag zum Ankauf wurde vom Kurfürsten dem bei ihm
anwesenden Mitglied der Roth sc hi Id sehen Handlung mündlich erteilt. Der
Preis wurde nach Buderus’ Rechnung und Kontokorrent mit Rothschild im
April, September und Oktober des Jahres 1809 von Meyer Amschel an
Hildebrand ausgezahlt. Vgl. Buderus’ Rechnung 1809: April, S. 20; Sept., S. 20,
Okt., S. 20; 1810: Febr, S. 7.
226. Auch aus den obigen Tatsachen geht hervor, daß Meyer Amschel
mit dem sonstigen Warenhandel nicht das Weingeschäft aufgegeben hatte.