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oder Kupons, enthalten waren. Dagegen nahm er Silber und
Wertsachen an sich und beschlagnahmte außerdem eine große
Anzahl solcher Kisten, die wichtige und wertvolle Nachweisungen
enthielten, indem er von vornherein darauf bedacht war, sich
auch diese für ein gutes Stück Geld wieder abkaufen zu lassen.
Es waren von ihm ca. 30, de facto wohl genau 30 Kisten, zurück
behalten. Aus dem Keller der Löwenburg hatte er nur den Ver
schlag mit den goldenen Bechern und Schalen belegt. Aus dem Nord
flügel des Wilhelmshöher Schlosses hatte er sechs Kisten beschlag
nahmt. Vier davon enthielten Kriegskassenakten, eine fünfte
enthielt außerdem zwei Pakete mit Pretiosen, und in der sechsten
befand sich das silberne Kampagne-Service der Reichsgräfin von
Schlotheim. Aus dem Fronton des Wilhelmshöher Schlosses waren
ca. 23 (wohl genau 23) Kisten zurückbehalten, in denen sich 18 Jahr
gänge von Urkunden und Belegen zur Kabinettskassenrechnung
mit Einschluß derer vom Jahre 1806 befanden. Nur eine Kiste
mit derartigen Akten wurde nicht beschlagnahmt. Alle übrigen
Depositen waren freigegeben, von Mensing gerettet und mit den
erwähnten fünf Transporten in Sicherheit gebracht.
Die Planmäßigkeit und Vorsicht, mit der Lagrange in diesen
Dingen verfuhr, zeigt sich in entsprechender Weise bei seinem
Verhalten gegenüber Napoleon. Dieser mußte wissen, daß der
Kurfürst ein reicher Mann war. Da letzterer aber alles darauf
anlegte, als arm zu gelten, so wird man das eigentliche Maß seines
Reichtumes schwerlich gekannt haben. Als daher der Kaiser dem
Kurstaat eine Kriegskontribution von 6 Millionen Livres auferlegte,
schlug der schlaue Gouverneur ihm selber vor, diese Kontribution
nicht aus dem Land, da dieses unvermögend sei, sondern aus dem
Vermögen des Kurfürsten beizutreiben 85 . Das Gesamtvermögen des
Kurfürsten aber verschwieg er und wies statt dessen nur einen
Bestand von 11 Millionen Talern nach. Das war für damalige Zeit
auch schon ein ausnehmend großer Besitz, und Napoleon hatte
keinen Grund, in diese Angabe Zweifel zu setzen. Als Lagrange
diese Meldung an Napoleon abgehen ließ, hatte er aber bereits dem
Geheimen Ministerium seine Offerte gemacht 86 . Gegen eine Ver
gütung für sich und den Intendanten hatte er versprochen: 1. dem
Kaiser keine weiteren Vermögensnachweise zu melden, 2. alle Nach
weisungen, die er selbst in Händen hatte, oder die sich bei den
Kasseler Kollegien, d. h. bei der Kriegs-, Kammer- und Kabinetts-