Full text : Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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Kuponvorrat  der  7  Kisten  später  in  nur  3  Kisten  untergebracht
wurde 110 .
Als  der  Kurfürst  sich  von  der  Angst  der  ersten  Tage  erholt
hatte,  richtete  er  sich  in  Schleswig-Holstein  für  längeren  Aufenthalt
ein.  Vom  1.  Februar  1807  ab  wohnte  er  in  Rendsburg.  Ende  April
desselben  Jahres  zog  er  nach  Itzehoe.  Der  Bankier  Lawätz  mußte
ihm  dort  heimlich  für  16  000  Rtlr.  das  ehemals  von  Schildensche
Haus  kaufen  und  galt  nach  außen  als  dessen  Besitzer  und  Vermieter ­
 111 .  in  Itzehoe  blieb  der  Kurfürst  wohnen  bis  zu  seiner
Übersiedelung  nach  Böhmen.  Doch  reiste  er  viel  umher,  pendelte
zwischen  Schleswig  und  Rendsburg,  Itzehoe  und  Gottorf,  und
besuchte  öfters  Altona,  Luisenlund  und  Glückstadt 112 .  Der  politische
Umschwung,  der  im  Laufe  des  nächsten  Jahres  sich  vollzog,  veranlaßte ­
  ihn  jedoch,  eine  andere  Zuflucht  zu  suchen.
Als  der  Kurfürst  nach  Schleswig  floh,  war  Dänemark  noch
neutral.  Im  Laufe  des  Jahres  1807  aber  traten  Ereignisse  ein,  die
diesen  Staat  ganz  auf  französische  Seite  drängten.  Am  7.  Juli  war
zwischen  Napoleon  und  Alexander  von  Rußland  Lriede  geschlossen
worden.  Ihrem  Bund,  so  hatten  sie  in  Aussicht  genommen,  sollten
auch  Dänemark  und  Schweden  beitreten.  Das  heißt:  diese  beiden
Staaten  sollten  den  Engländern  ihre  Häfen  sperren.  Ob  man  das
in  England  wußte  oder  nicht,  ist  gleichgültig.  Unter  allen  Umständen
lag  die  Gefahr  nahe,  daß  Dänemark  genötigt  wurde,  dem  Kaiser
Napoleon  seine  Flotte  gegen  England  zur  Verfügung  zu  stellen,
ln  dieser  Situation  beging  letzteres  einen  Akt  putativer  und  präventiver ­
  Notwehr,  der  vielfach  schwer  verurteilt  worden  ist.  Es  schickte
ein  Heer  und  eine  Flotte  nach  dem  Sund  und  bot  Dänemark  ein
Bündnis  an  unter  der  Bedingung,  daß  es  seine  Flotte  als  Pfand
ausliefere.  Diese  Forderung  wurde  abgelehnt,  Kopenhagen  wurde
eingeschlossen  und  durch  Beschießung  zur  Übergabe  gezwungen
(7.  September).  Die  Flotte  wurde  weggenommen.  Die  Folge  war,
daß  Dänemark  am  31.  Oktober  ein  Bündnis  mit  Frankreich  schloß
und  England  den  Krieg  erklärte.  Ende  Februar  und  im  März  1808
rückte  dann  ein  französisches  Hilfskorps  in  den  dänischen  Herzogtümern ­
  ein  und  nahm  an  den  verschiedensten  Plätzen  Quartier.
Es  muß  sich  lange  dort  aufgehalten  haben,  denn  noch  unterm
28.  April  erschien  im  Druck  eine  Verfügung  der  Königlich  Schleswig-Holsteinischen
  Kanzlei  in  Kopenhagen  betreffend  das  Verhalten  der
Beamten  in  Ansehung  der  in  hiesigen  Landen  einquartierten  fremden
            
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