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Delbrück und dem Pedell Schaffer anvertraut 128 . Noch gegen
Ende des Jahres 1813 dürften sämtliche Prager Effekten wieder
nach Kassel gelangt sein. Im Monat April des nächsten Jahres
lieferten die Freye & Jordis ihr Depot an die Rothschild ab. Im
Monat Mai lieferten die Rothschild sowohl ihr eigenes wie das
Freye & Jordissche Depot nach Kassel ab 129 .
Bankherren.
Um die Übermittlungen auszuführen, die bei den Einnahmen,
den Ausgaben und dem Anlegen der Überschüsse des Kurfürsten
nötig waren, bedurfte es geeigneter Bankiers. Die englischen
Einnahmen hatten die van Notten in Empfang zu nehmen und
weiterzugeben. Damit waren die Funktionen dieses Bankhauses
erschöpft. Für die sonstigen Operationen kamen vor allem drei
Frankfurter Häuser in Frage, die Gebrüder Bethmann, die Rüppell
& Harnier und Meyer Amschel Rothschild. Der Kurfürst selbst
wollte einstweilen die Bethmann nicht aufgeben. Sie stellten bis
dahin das bedeutendste Bankhaus Deutschlands dar und unter
hielten schon lange Geschäftsverbindung mit dem hessischen Hof.
Auch die Finanzräte und Hofbankiers Rüppell & Harnier hatten
alte Beziehungen zum Kurfürsten (s. o. S. 34 u. ö.). Diese Handels
gesellschaft war gegründet am 15. August 1799. An diesem Tage
erstatteten Simon Rüppell und Louis Harnier die Anzeige, daß sie
ihre bisherigen Wechsel- und Anlehensgeschäfte unter der Firma
Rüppell & Harnier mit gemeinschaftlicher Verbindlichkeit fortsetzen
wollten 13 °. Harnier stammte aus Kassel. Er war der Sohn des
hessen-kasselschen Kriegsrats Kaspar Harnier und hatte eine
Tochter des hessischen Postmeisters Wilhelm Arstenius zur Frau 181 .
Rüppell war ebenfalls geborener Hesse, hatte schon vor seiner Ver
bindung mit Harnier Beziehungen zum Kurfürsten und war kur
hessischer Oberpostmeister und Hofbankier.
Auch mit anderen Fürsten machte die Firma Rüppell & Harnier
ansehnliche Geschäfte. Im Jahre 1800 lieh sie dem Kurfürsten
zu Köln 200 000 fl, 1803 dem Fürsten zu Leiningen 400 000 fl und
dem Fürsten zu Löwenstein-Wertheim 530 000 fl mit 530 auf den
Inhaber lautenden Partialobligationen; 1804 wiederum dem Fürsten
zu Leiningen 1 1 U Mill. Gulden.
Das Verhältnis der Firma zu Rothschild muß ursprünglich
ein freundschaftliches gewesen sein. Denn mehrfach sehen wir