Full text: Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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entsprochen. Die Berichtigung der übernommenen und umgetauschten 
Pfänder, wovon bereits im September 1807 nur noch 645 000 fl 
restierten, war inzwischen durch weitere Abtragungen vorgeschritten 
und wurde im Juli 1811 bis auf einen geringfügigen Rest erledigt. 
Gleichzeitig wurden auch 237 Stück Jülich-Bergische, der Gräfin 
von Schlotheim und ihren Kindern zukommende Obligationen 
(ä 100 Karolin), die Lennep noch von Itzehoe aus zur Aufbewahrung 
erhalten hatte, zurückgegeben 139 . 
Gegen die Bethmann trat Buderus im September 1807 auf, 
als er den Kurfürsten in Itzehoe besuchte. Buderus, der im unmittel 
baren Verkehr mit den Bankherren stand, hatte die Fähigkeiten 
der Rothschild und ihre Verwendbarkeit in schwierigen Fällen besser 
erkannt als der fernerstehende, mißtrauisch langsame und miß 
trauisch eigensinnige Kurfürst. Er hatte damals die Rothschild 
bereits in stärkerem Maße herangezogen, als es seinem Herrn 
erwünscht war, und dieser hatte ihn das schon fühlen lassen. 
Unterm 24. Juni 1807 wurde vom Kurfürsten durch einen der 
Rothschild ein eigenhändiges Schreiben an Buderus gesandt — sonst 
pflegte solche Briefe der Kriegsrat Schmincke zu schreiben, und der 
Kurfürst setzte nur seinen Namen darunter. Darin macht er Buderus 
bekannt, daß die englischen und dänischen Zinsen ab 1. Juli nicht 
mehr wie bisher direkt zu beziehen, sondern an die Reservekasse 
in Itzehoe zu übermachen seien: „Über diese Verfügung erwarte 
sogleich ein Recepisse und daß das Nötige besorgt ist.“ Das traf 
auf Rothschild, der seit der Flucht des Kurfürsten den weitaus 
größten Teil der englischen und dänischen Einkünfte bezogen 
hatte. Das machte ferner dem Rechnungsführer Buderus erhebliche 
Schwierigkeiten, da er in die Lage versetzt wurde, die Schulden, 
die der Kurfürst bei verschiedenen Bankiers hatte, nicht bezahlen 
zu können. Der Kurfürst war wieder ein Mal von plötzlichen miß 
trauischen Zwangsvorstellungen befallen. Er fürchtete, daß bei den 
Bankiers van Notten vielleicht Erhebungen ohne gehörige Berech 
nung gemacht seien. Um ihm seinen Argwohn zu nehmen, sandte 
Buderus alsbald seine Kontokorrente mit den van Notten, Rothschid, 
Jordis und Michel Simon ein und wies nach, daß er 
dem Legationsrat Jordis fl 87789.—. 2 
dem Oberhofagenten Rothschild „ 35 295.16.— 
dem Oberkriegszahlamtsagenten Michel Simon . „ 6 341.30.— 
überhaupt also fl 129 425.46. 2
	        
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