3. Buch. Die Staatsausgaben.
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dener sein werden, wenn man einmal einsehen wird, daß es in
unseren Tagen durchaus nicht mehr der hohe Feudaladel resp. die
hohe Geburtsaristokratie ist, welche für diese wichtigen Aufgaben
die größte Geeignetheit besitzt, weil sie vielleicht am graziösesten
zu grüßen, zu tanzen und Leerheiten zu tun, zu sprechen und zu
erdulden versteht.
Die Ausgaben für die Verwaltung der äußeren Politik betragen
in Prozenten der gesamten Ausgaben
Deutschland
0,4
Österreich-Ungarn
0,3
Frankreich
0,4
Rußland
0,5
Italien
0,4
Niederlande
0,5
Spanien
0,4
Schweden
0,6
Im Budget des Deutschen Beiches figuriert der Reichskanzler
und die Reichskanzlei (1916) mit bloß 333 971 Mark.
XL Abschnitt.
Die persönlichen Ausgaben (Personalbedarf, Besoldungswesen,
Beamtengehälter).
1. Ein ansehnlicher Teil der Staatsausgaben entfällt auf die in
folge der Inanspruchnahme von persönlichen Dienstleistungen nötigen
Opfer. In den modernen Staaten werden entsprechend dem
Prinzip der Arbeitsteilung diese Dienstleistungen durch eine dieser
Aufgabe sich berufsmäßig hingehenden und für diesen Beruf ent
sprechend ausgebildeten Klasse, der Klasse der Staatsdiener, Staats
angestellten, geleistet. Der Staatsdienst bildet einen selbständigen
Beruf, nachdem spezielle Eigenschaften und Aufgaben zur Erfüllung
dieses Berufes nötig sind und dieser Beruf die Zeit der demselben
sich Hingehenden vollständig in Anspruch nimmt, so daß derselbe
nicht so nebenbei, als nobile officium ausgeübt werden kann wie
früher. Dementsprechend muß der Staat seinen Beamten eine Be
soldung, ein Gehalt darbieten. Die Höhe dieser Besoldung hängt,
wie bei der Leistung anderer — je nach der Natur mehr geistiger
oder mehr körperlicher — Arbeit einerseits von den Produktions-