Full text : Finanzwissenschaft

A.  VIII.  Abschnitt.  Die  Steuerquellen  und  die  Steuerkräfte  insbesondere.  243
gekommen  sind,  wie  festen  Boden  sie  haben,  und  welche  Aussichten
sie  in  die  Zukunft  eröffnen.  Bei  allen  Vermögenskategorien  sind
es  die  Entwicklungsrichtungen,  Entwicklungsmöglichkeiten  und  Wahrscheinlichkeiten, ­
  die  dargestellt  worden  sind.“  Freilich  läßt  sich
dies  nur  schwer  statistisch  erfassen.  Richtig  ist  die  Behauptung,
daß  das  Quantitative  nicht  das  Werturteil  erschöpfe,  doch  kann
die  Statistik  nur  dieses  darstellen.  „Derselbe  Betrag  des  Volksvermögens, ­
  ja  selbst  der  gleiche  Kopfbetrag  bei  zwei  Völkern,  kann
für  jedes  derselben  etwas  ganz  anderes  bedeuten.“  Für  1914  wird
das  deutsche  Volksvermögen  mit  376—397  Milliarden  angegeben.
Den  Zuwachs  des  Volks  Vermögens  berechnet  er  mit  3—4  Prozent
in  guten  Jahren,  mit  2—3  Prozent  in  mittleren  Jahren.  Von  besonderer ­
  Bedeutung  ist  die  Behauptung,  daß  das  deutsche  Volksvermögen ­
  auch  im  Kriege  zugenommen  hat,  und  zwar  „nicht  nur
an  zahlenmäßig  darstellbarem  Wert,  sondern  auch  an  innerem
Wert.“
Für  England  wird  das  Volksvermögen  auf  230—260  Milliarden
Mark  geschätzt,  also  pro  Kopf  5100—5800  Mark;  für  die  Vereinigten ­
  Staaten  von  Nordamerika  auf  500  Milliarden  Mark,  pro
Kopf  also  5500  Mark.  Giffein  schätzte  1885  das  englische  Volksvermögen ­
  auf  10  Mill.  Pfund,  gleich  204,7  Mill.  Mark.  Rechnet
man  den  jährlichen  Zuwachs  auf  1  Prozent,  so  würde  dasselbe  1915
(30  Jahre  später)  273,  rechnet  man  2  Prozent,  327  Mill.  Mark
betragen.
Für  die  Vereinigten  Staaten  von  Nordamerika  gibt  der  amerikanische ­
  Census  das  Volksvermögen  für  1904  mit  107  Mill.  Dollar,
450  Mill.  Mark  an.
Nach  Thery  betrug  das  Volksvermögen  Frankreichs  1908
287  Milliarden  Franks  (232,5  Milliarden  Mark),  dagegen  1892
243  Milliarden  (200,8  Mill.  Mark);  es  ergab  dies  einen  jährlichen
Zuwachs  von  etwa  2,7  Milliarden  Franks;  der  Zuwachs  beträgt  in
einem  16  jährigen  Zeitraum  beiläufig  16  Prozent,  also  alljährlich
ein  Prozent.  Im  Jahre  1908  entfällt  auf  den  Kopf  der  Bevölkerung
ein  durchschnittliches  Vermögen  von  5924  Mark.
Foville  schätzte  im  Jahre  1902  das  Volks  vermögen  Frankreichs
auf  161,6  Milliarden  Mark.  Yves-Guyot  schätzt  das  Volksvermögen
auf  190,4  Mill.  Mark;  Leroy-Beaulieu  auf  166—170  Mill.  Mark,
D’Avenel  auf  190  Milliarden  Mark.
Auf  Grund  der  Erbschaftssteuer  schätzt  Pantaleoni  das  Volksvermögen ­
  Italiens  auf  44,25  Milliarden  Mark.
Fellner  schätzte  vor  dem  Kriege  das  Volks  vermögen  Ungarns
auf  rund  40  Milliarden  Kronen,  das  Nationaleinkommen  auf
16*
            
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