Full text : Finanzwissenschaft

A.  VIII.  Abschnitt.  Die  Steuerquellen  und  die  Steuerkräfte  insbesondere.  245
Einkommen  eine  Steuerlast  von  beiläufig  12—13,  die  Hunderttausend-Mark-Einkommen ­
  von  18  Prozent  tragen.
Endlich  bieten  auch  die  Daten  der  Konsumtionsstatistik  einige
Einblicke  in  die  Steuerkräfte.  Die  Daten  der  Denkschrift  zur
Finanzreform  ergänzend,  gewinnen  wir  für  einige  wichtigere  Lebensmittel ­
  folgende  Daten:  der  jährliche  Verbrauch  betrug  pro  Kopf
der  Bevölkerung

Deutsches

Österreich-Groß

 ­



Ungarn

britannien

247,6  ,

174,0  (Ungarn  159,6)

166,2

608,9

258,3  (Ungarn  229,0)

113,9

15,5

15,1  (Ungarn  6,23)

37,9

3,03

1,02  (Ungarn  0,53)

0,31

17,67

6,03  (Ungarn  5,31)

?

0,063

0,026

2,76

55,0

p

52,2

mögen  repräsentierenden  Zahlen

geben  na-Weizen

  und  Roggen  kg
Kartoffeln  „
Zucker  „
Kaffee  „
Petroleum  „
Tee  „
Fleisch

liehen  Kraft  der  Völker  ganz  ungenügende  Kenntnis  bietet,  da  ja
die  sachlichen  Güter  allein  nicht  über  den  Wohlstand  entscheiden.
Da  kommen  noch  viele  andere  Faktoren  in  Betracht,  das  Klima,
die  geographische  Konstellation,  vor  allem  aber  die  menschliche
Arbeitskraft.  So  ist  es  daher  nicht  zu  verwundern,  wenn  manche
Fachmänner  (wie  Wagner)  diesen  Zahlen  nur  geringen  Wert  beilegen, ­
  von  der  Schwierigkeit  der  statistischen  Erfassung  ganz  abgesehen. ­

Jedenfalls  erfordert  die  nähere  Erforschung  der  Steuerkräfte
Detailuntersuchungen  über  Produktion  und  Konsumtion,  Kraft
und  Last.

2.  Was  die  Natur  der  Steuerkräfte  betrifft,  so  haben  diese
ihre  eigene  Mechanik,  ihr  Auf-  und  Abwogen,  ihre  Zu-  und  Abnahme, ­
  ihre  Widerstände,  ihre  Elastizität  usw.  Die  Steuerpolitik
muß  dieselbe  gründlich  studieren.  Einige  gute  Bemerkungen  bezüglich ­
  des  Verhaltens  der  Steuerkräfte  finden  wir  bei  Schäffle.
So  fordert  er  einen  Schonungs-  und  Erholungsspielraum  für  die
notleidend  werdenden  und  schwachen  Steuerkräfte  (Entlastungsremedium).
  Auch  das  Steuerwesen  hat  seine  Invaliden  und  derselben ­
  wird  es  namentlich  nach  dem  Weltkriege  ebenso  geben,  wie
der  durch  die  Heereslieferungen  und  Preistreibereien  emporwuchemden
  Multimillionäre.  Das  Steuerwesen  muß  so  beschaffen
            
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