Egoismus.
85
wir hiermit zu viel gesagt. Ihr Wollen liegt noch in der
Zukunft. Der Heilungsprozeß soll erst mit dem Anbruch
der socialistischen Aera beginnen. Bis dahin fördert sie mit
Borliebe und mit Borbedacht den Zerstörungsprozeß. Um
diesen zu beschleunigen, gefällt sie sich einerseits in einer
frevelhaften Uebertreibung der Krankheitserscheinungen, der
socialen Nothstände, und andererseits ist sie stets geschäftig,
alle Heilversuche, die nicht von ihr ausgehen, gesiissentlich zu
hintertreiben, oder wirkungslos zu machen.
Wir fasten zuerst die socialistische Kunst, die Nothstände
zu übertreiben, in's Auge. Bei der Ergründung und Be»
Messung des Elends in der Arbeiterklaste wird niit der
Statistik fleißig operirt, was ganz in der Ordnung ist. Es
wird uns niemals gelingen, ein nur einigermaßen richtiges
und sicheres Urtheil über unsere socialen Berhältniste zu ge
winnen, wenn wir uns nicht durch die Statistik, als dem
unparteiischsten Zeugen, die Alkgen öffnen lasten. Dennoch
ist sie kein Schutzmittel gegen ungeheuerliche Uebertreibungen.
Schon bastaste hat an ihrer Hand die Kunst der Schwarz-
n,alerei gut verstanden. Er citirt in seinem „Antwortschreiben"
(S. 24 il. 25) aus Dieterici*) die Tabelle über das Ein
kommen der Bevölkerung des preußischen Staats. Hiernach
besitzen ein Einkommen
über 1000 Thlr. '/, Procent der Bevölkerung,
von 400 bis 1000 „ 3'/.
.. 200 „ 400 „ 7''/.
„ 100 „ 200 „ 16'/,
von unter 100 „ 72'/. » „
Diese statistische Zusammenstellung hat ihre volle Richtig-
*) rieterici, Mittheilungen des statistischen Bureaus,
Jahr 1851, Band IV. p. 226.