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Einleitung .
{ragen bekundet hat. Aber nirgends wird die Frage hier als eine
ursprüngliche empfunden und ergriften: sondern sie ist stets be-
dingt und getragen durch das Ganze der mittelalterlichen Lebens-
ansicht, die im Voraus als unangreifbares Fundament feststeht.
Hierin allein aber liegt bereits, selbst wenn der geschichtliche
Zusammenhang zwischen Scholastik und neuerer Zeit noch so eng
angenommen wird, die charakteristische sachliche Grenzscheide.
Wo das Erkenntnisproblem nicht an den Anfang der Betrachtung
tritt, da ist ihm seine wahrhafte Kraft bereits geraubt. Es ist die
entscheidende Leistung der modernen Philosophie, dass sie die
Erkenntnis nicht mehr als eine Einzelfrage betrachtet, die sich
nebenher aus anderen systematischen Voraussetzungen her be-
handeln und lösen liesse, sondern sie als die schöpferische Grund-
kraft im Aufbau der intellektuellen und sittlichen Gesamtkultur
begreifen lernt.