Object : Finanzwissenschaft

I.  Abschnitt.  Allgemeine  Lehren.

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hat  natürlich  auch  der  Umstand  Einfluß,  welche  der  Quellen  bisher
stärker  in  Anspruch  genommen  wurde.  Wo  die  Steuerlast  bereits
eine  übermäßige  ist,  dort  wird  natürlich  der  Bedarf  eher  durch
Anlehen  zu  decken  sein.  Wo  dagegen  die  Staatsschuld  bereit  eine
exorbitante  Höhe  erreicht  hat,  dort  wird  die  Steuer  bessere  Resultate ­
  aufweisen.  Wo  freilich  beide  in  hohem  Maße  in  Anspruch
genommen  sind,  dort  wird  die  Entscheidung  ebenso  schwer  sein,
als  sie  leicht  ist  in  dem  Falle,  daß  keine  von  beiden  übermäßig
angespannt  wurde.  Auch  muß  vor  Augen  gehalten  werden,  daß
viel  von  der  bisherigen  Steuer-  und  Anlehenspolitik  abhängt.  Eine
schlechte  Steuerpolitik  kann  dem  Staate  die  Inanspruchnahme  der
Steuerquellen  außerordentlich  erschweren.  Dasselbe  gilt  natürlich
bezüglich  der  Anlehen  von  einer  schlechten  Kreditpolitik.  Mit
Rücksicht  darauf,  daß  jeder  Krieg  auch  eine  finanzielle  Kraftprobe
ist  und  von  der  wirtschaftlichen  Kraft  der  Völker  abhängt,  wäre  die
ausschließliche  Schuldendeckung  eine  gefährliche  Erscheinung,  wie
auch  gewichtige  Erfahrungen  beweisen,  daß  Kriege,  die  bloß  mit
Anlehensgeldern  geführt  werden,  zu  keinem  günstigen  Resultate
führen,  jedenfalls  aber  große  Gefahren  und  verhängnisvolle  Situation
heraufbeschwören.
All  dies  vor  Augen  gehalten,  wird  es  sich  als  das  Zweckmäßigste ­
  ergeben,  sowohl  Steuern  als  Anlehen  zur  Deckung  der
Kriegsbedürfnisse  heranzuziehen,  wie  dies  auch  die  neuem  Kriege
bewiesen,  namentlich  jene,  in  denen  England  und  Nordamerika  beteiligt ­
  waren.  Da  nun  aber  in  der  Regel  zu  Beginn  des  Krieges
die  rasche  Herbeischaffung  größerer  Summen  notwendig  ist,  neue
Steuern  aber  nur  langsam  sich  entwickeln,  so  wird  namentlich  bei
Beginn  eines  Krieges  am  zweckmäßigsten  sein,  das  Hauptgewicht
auf  die  Anlehen  zu  legen  und  später  die  Deckung  mehr  und  mehr
aus  den  Steuern  zu  schöpfen.  Die  größeren  Steuereinnahmen
werden  die  Erhöhung  der  alten  Steuern  und  die  Einführung  neuer
Steuern  notwendig  machen.  Das  größere  Einkommen  der  alten
Steuern  wird  zur  teilweisen  Deckung  des  unmittelbaren  Kriegsbedarfes ­
  verwendet  werden;  die  neuern  Steuern  sollen  den  Zinsendienst
  der  aufgenommenen  Anlehen  zugewiesen  werden.  Adams
(Public  debts,  8.  136)  sagt,  die  höhere  Einnahme  aus  den  alten
Steuern  soll  nur  zur  Sicherung  der  ersten  Kreditoperationen  dienen,
sonst  aber  zu  weiteren  Zwecken  nicht  verwendet  werden,  so  daß
mit  Beendigung  des  Krieges  die  alten  Steuern  auf  die  frühere
Höhe  zurückkehren.  Dagegen  sollen  die  neuen  Steuern  zur  Sicherung ­
  des  Anlehendienstes  verwendet  werden  und  zu  diesem  Behufe
muß  auch  darauf  Rücksicht  genommen  werden,  daß  diese  Steuern
            
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