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5. Buch. Der Staatskredit.
Antwerpen
19,0 Millionen Gulden
Breslau
17,8
»
55
Brüssel
11,4
55
55
Darmstadt
9,7
55
55
Hamburg
8,9
55
55
Dresden
8,3
55
55
London
7,6
55
55
die ungarische Staatsschuld
stehen
folgende Daten zur
Verfügung. Im Jahre 1890 waren placiert:
Goldanlehen
Ungarn 6,85 Prozent
Österreich 11,93 „
Deutschland 47,32 „
Frankreich 29,72 „
England 4,18 „
Andere Anlehen
34,70 Prozent
61,82 „
3,48 „
Während die Frage die Fachmänner öfters beschäftigt hat, ob
es für den Staat vorteilhaft ist, der Schuldner eines anderen Staates
zu sein, wurde es viel weniger untersucht, ob es vorteilhaft ist,
Gläubiger eines fremden Landes zu sein? Die kolossalen Verluste,
welche die Staatsgläubiger in einzelnen armen, kreditschwachen
Staaten erlitten, führten zu der Auffassung, daß es nicht vorteil
haft ist, der Gläubiger eines fremden Staates zu sein. Diese An
sicht ist freilich übertrieben. Eine Schätzung setzt die auslän
dischen Forderungen Deutschlands mit 10 Milliarden Mark, worunter
1,3 Milliarde dubios, der effektive Verlust beträgt 700—800 Millio
nen. Demgegenüber gewann Deutschland während 30 Jahren bei
den Anlagen in russischen Werten eine Milliarde, bei den Anlagen
in ungarischer Rente 183 Millionen Mark, 190 bei italienischen.
104 bei österreichischen Werten usw.
7. Die Staatsschuld ist entweder eine urkundliche oder
eine gebuchte (Buchschuld). Wo die Institution des Staatschuld
buches besteht, dort beruht das Forderungsrecht des Staatsgläubigers
auf der Einschreibung in das Staatsschuldenbuch. Bei dieser Form
der Staatsschuld bildet der Staatskredit nur ausnahmsweise den
Gegenstand des Verkehrs. Wo es aber nötig ist; den Staatskredit
durch einen möglichst leichten Verkehr zu befördern, dort ist die
Ausstellung von Staatsschuldenobligationen zweckmäßiger. Übri
gens findet diese Form mehr und mehr Eingang auch dort, wo das
Staatsschuldenbuch besteht. 1 )
l) In älterer Zeit gab man der Buchschuld den Vorzug, die die Folge
dessen war, daß die Staatsschuld eine Zwangsschuld war (Sieveking, 8. 168).