schachtelun g en und die Finanzkonsstruktion en der Kon-
zern e d er Kali- In du strie mag d er Wint ers h all- Konzern
ang ef ühr t w er d e n. Die zentrale Betriebsfirma dieses Konzerns ist die
Kali-In dustr i e A.-G. mit einem Aktienkapital von 120 Millionen Mark,
einschließlich 10 Prozent Vorratsaktien, wovon die Holdinggesellschaft des
Konzerns, die Gewerkschaft Wink er s h a l l, 60 Millionen Mark Aktien
besitzt. Die Majorität der Gewerkschaft Wintershall (501 von 1000 Kuxen) ist
im Besitz der Gewerkschaft Liebenwalde, einer kleinen Braunkohlen-
gewerkschaft, die wiederum von dem Generaldirektor Rosterg, dem Vor-
sitzenden des Grubenvorstandes der Gewerkschaft Wintershall, beherrscht wird.
Über die eigenartigen Bilanzierung s m e tho d en d es Winters-
h all- Konzerns äußert sich der „Wirtschaftsdiensst" in folgender scharf
verurteilender Form:
„Eine solche Methode der Bilanzierung, bei der ein Erträgnis lediglich
seitens der führenden Gesellschast eines Konzerns offen ausgewiesen wird, während
im übrigen trotz Dividendenauszahlung und gegenseitiger Verrechnung wirklicher
Gewinne kein Ergebnis ersichtlich gemacht wird, ist a lle s an d er e als vor-
bildlich und mit den ges e ß lichen Vor schrif ten kaum in Ein-
klang zu bringen."
Die Dividendenausschüttungen bestätigen unsere Auffassung, daß die wirt-
schaftliche Lage der Kali-Indusstrie sehr weit davon entfernt ist, ungünstig zu
sein. Dieses wurde auch in den Gewerkenversammlungen der einzelnen Kon-
zerne zugegeben. Besonders in den Gewerkenverssammlungen des Winters-
hall-Konzerns wurde die günstige Entwicklung der Unternehmungen hervor-
gehoben. Dort wurde u. a. gesagt, daß der Konzern aus Gründen der
Kapitalflüssigk eit der noch aus steh end en dritten Rate
der Kali- Anleihe nicht benötige.
Die Produktionsdurchschnittsleistung sei im Wintershall-Konzern je
Mann und Schicht von früher 1 Doppelzentner Reinkali auf 2,5 Doppel-
zentner – 150 Prozent gestiegen. Die Geldeinnahmen der Werke hätten
sich gegen früher verzehnfacht; die Zahl der Arbeiter sei dagegen von 20 000
auf 9000 verringert, während die Verkaufspreise für Kalisalze die gleichen
geblieben seien.
Ein derartiges Ergebnis, noch dazu in einer Zeit wirtschaftlicher De-
pression, dürfte keine andere Industrie aufzuweisen haben.
Wenn die Kali-Industrie troldem eine Erhöhung der Kalipreise verlangt,
so doch nur zu einer weiteren Steigerung der Gewinne.
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