Weltanschauung.
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lebhafteste Bedürfnis überschwenglicher Verehrung empfunden.
Mit dem Gedanken der Lebensfreudigkeit aber verband sich
ziese Heroensehnsucht bei Nietzsche durch die Idee des starken
Willens. In seinem Kampfe gegen alles, was Verzweiflung
im Leben heißen könnte, bediente sich Nietzsche als wirksanmister
Waffe des Glaubens an die stärkende Kraft des Schaffens und
in die allbesiegende Gewalt des machtvollen Willens. Daß
Schaffenslust und Willensstärke alles vermögen, das war seine
innigste Überzeugung, und er hat sie im Martyrium seines
Lebens als Blutzeuge besiegelt. Schaffenslust und Willensstärke
aber: ist das nicht das Genie, der Held?
Auf diesem Heroenkult, auf diesem Satze vom starken
Schaffen baut sich Nietzsches Denken empor, wenn es aus den
Niederungen des Lebens aufblickt zu den Höhen der Wieder—⸗
geburt. Und so sehr klammert es sich an diesen Kult, daß
ihm ein starker Wille alles gilt, daß er ihm sogar indifferent
erscheint gegenüber den Normen der bestehenden Sittlichkeit, daß
er ihm ein Wille ist zum Guten wie zum Bösen, ja, gemessen
an der verpesteten Sittlichkeit unserer Zeit viel mehr noch zum
Bösen: daß er ihm die starke Willkür wird früherer, besserer
Zeiten, da das Wollen noch nicht an die tausend schlechten
Konvenienzen einer mißleiteten Kultur gebunden war, daß er
ihm zum Willen zur Macht an sich wird, zum Willen der aus
der gewöhnlichen Menge der Sterblichen herausstrebenden Geister,
zum Willen der „blonden Bestie“.
Diesen Willen wieder aufleben zu lassen in einer untrüg⸗
lichen, hohen Idealen zugewandten Bethätigung seines Strebens,
das erscheint Nietzsche als das große Ziel der Zukunft. Und
im dies Ziel zu begründen und begreiflich zu machen, bildet
er in seiner „Genealogie der Moral“ den ganzen Inhalt und
Verlauf der Geschichte dem ursprünglich vorausgesetzten Zustand
der „blonden Bestie“ wie dem ersehnten Ideale des „Über⸗
menschen“ an. Zwei Geschlechter der Menschen, voneinander
stark und fast durch physiologische Unterschiede getrennt, ziehen
sich durch die Zeiten der Geschichte: Herren und Sklaven,
Willensstarke und Willensschwache, Vorbereiter der Zukunft