Object: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

konnte. Aktuelle Beiträge sucht man vergebens, wenn man nicht die 
Auszüge „aus den Zeitungsberichten der kgl. Regierungen zu Köln, Düssel 
dorf, Koblenz, Trier und Aachen“ dazu rechnet. In späteren Jahren 
konnte der Inhalt mehr Anteilnahme beanspruchen, aber trotzdem ver 
kleinerte sich der Leserkreis. 
Nach vier Jahren legte Nöggerath, der ein Jahreshonorar von 
200 Taler bezogen hatte, wegen Arbeitsüberhäufung auf seinem 
Gebiete in friedlichem Einvernehmen mit dem Verleger die Re 
daktion der Provinzialblätter nieder und sein übrigens nicht 
genannter Nachfolger wurde der Gymnasiallehrer Dr. Ernst 
Wey den 19 . Obschon das finanzielle Ergebnis des Unternehmens 
— der Bezug kostete jährlich 3 Taler —, das mit seinem zwischen 
340 und 236 Beziehern schwankenden Absatz in den vier Jahren 
einen Verlust von 3138 Taler eingebracht hatte, nicht dazu hätte 
ermutigen sollen, erschien es doch vom 1. Januar 1838 wöchentlich 
zweimal bei einem jährlichen Bezugspreis von 3 Taler 10 Sgr. 
1839 wurde das Format vergrößert. Das Ergebnis war, daß die 
beiden Jahre 1838 und 39 den Verlust auf 4899 Taler vergrößert 
hatten. Als eine Bezugseinladung für das Jahr 1840 keinen ge 
nügenden Erfolg hatte, entschloß sich Bachem endlich dazu, das 
weitere Erscheinen einzustellen. 
Für dieses Unternehmen hatte Lambert Bachem auf sein Nach 
suchen vom 18. Januar 1836 schon unterm 6. Februar vom Ober 
präsidenten der Rheinprovinz von Bodelschwingh die Erlaubnis 
erhalten, die „in das Gebiet der Religion, Politik, Staats 
verwaltung und der Geschichte gegenwärtiger Zeit gehörenden 
Gegenstände“ zu behandeln. Dabei war die Erwartung ausge 
sprochen worden, „daß diese Begünstigung dazu gereichen werde, 
die lobenswerte Tendenz der vorgenannten Zeitschrift noch fester 
zu begründen“. 
Dieser Erwartung der preußischen Regierung hatte die Re 
daktion des Dr. Weyden allerdings in weitestem Maße entsprochen. 
Im Kölner Kirchenstreit und im Hermesianismus hatten die 
Provinzialblätter nicht allein völlig auf seiten der Regierung ge 
standen, sondern auch alle Schriften — und nicht zuletzt Görres 
— bekämpft, die den Erzbischof verteidigten. Nachdem im Jahre 
1839 Lambert Bachem die Redaktion selbst in die Hand ge 
nommen hatte, unterblieben alle Angriffe auf den Erzbischof.
	        
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