das unsere Lage am klarsten erkannt hat und auf deutsches Geld nicht
angewiesen ist, sodaun immer mehr auch im Inlande. Das Sinken
wurde um so stärker, je mehr gleichzeitig unsere politische Geltung
zurückging, so daß auch kein Vertrauen zu unserer künftigen wirt—
schaftlichen Entwicklung aufkommen konnte.
Es ist genau so, wie bei einem schlechten Privatschuldner, dessen
Schuldscheine, zum Verkauf augeboten, nicht mehr den Nennwert er⸗
zielen. Geht der schlechte Schuldner infolgedessen dazu über, weitere
Schuldscheine auszustellen, so werden diese immer geringer bewertet,
bis schließlich niemand mehr etwas für sie gibt. Ein ehrlicher Schuld⸗
ner sucht durch äußerste Einschräukung seiner Ausgaben und größte
Arbeitssamkeit seinen Ruf wieder herzustellen, seine Kreditwürdigkeit
wieder zu erlangen. Nur der betrügerische Schuldner handelt so, daß
er weitere Schuldscheine ausstellt in der Hoffnung, sein Leben noch
eine Weile fristen zu können. Man zieht ihn dafür gerichtlich zur
Verantwortung und Zuchthausstrafe steht auf betrügerischem Bank—
rott. Unser Reich hat aber so gehandelt wie dieser betrügerische
Schuldner, es hat statt Ersparnisse zu machen und die Produktion zu
fördern, immer mehr Geldzeichen gedruckt und diese schließlich um
jedes Vertrauen im Inlande und im Auslande gebracht. Im Aus—
laude ist schon seit langem um deutsches Geld rein nichts mehr zu
kaufen. Im Inlande ist das Geld auf einen unendlich kleinen Bruch—
teil seines Nennwertes gesunken und wird nur deshalb anerkaunt,
weil man ein anderes Zahlungsmittel noch nicht gefunden hat. Diese
Entwicklung ist so selbstverständlich und natürlich, daß man sich nur
darüber wundern kann, wie unser gebildetes Volk das nicht versteht
und immer wieder nach den Schuldigen sucht, die das Papiergeld durch
Spekulation entwertet haben. Man macht vielfach die Börse dafür
verautwortlich. Daß an der Börse spekuliert wird, ist natürlich richtig,
leider auch häufig mit unlauteren Absichten und Mlitteln. Durch
Börsenmanöver können indessen wohl Schwankungen nach unten oder
oben hervorgerufen werden, an der allgemeinen Tendenz der Bewer—
tung des Geldes aber können sie nichts ändern.
Wir sehen also, daß das Geld an sich gar kein Kapital ist, son—
dern daß es das wirkliche, echte Kapital gewissermaßen nur nach außen
vertritt. Es hat also auch nur insofern einen Wert, als man echtes
Kapital dafür eintauschen kann. Da nun nicht jeder Geldbesitzer mit
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