Full text : Der deutsche Zollverein

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freundnachbarliches  Auge  auf  die  durch  den  beginnenden  Verfasiungs--streit
  hervorgerufenen  inneren  Schwierigkeiten  in  Preußen  gerichtet.
Aber  die  öffentliche  Meinung,  richtiger:  die  aufs  neue  geängstete
fächsifche  Industrie,  verlangte  stürmisch  und  zwar  in  ganz  anderen
Tönen  als  vor  zehn  Jahren,  die  Aufrechterhaltung  des  Zollvereins.
Vor  allem  aber:  seit  dem  24.  September  1862  stand  ein  Bismarck
am  Steuer  des  preußischen  Staatsschiffes  und  ließ  keine  Kreuzung
seines  Kurses  mehr  zu.  Beust  weilte  vom  18.—20.  Mai  1868  in
Berlin  und  erreichte  wenigstens,  daß  Preußen  eine  entgegenkommendere
  Haltung  zeigte  und  zu  einer  Erneuerung  der  mit  dem
31.  Dezember  1865  ablaufenden  Handelsverträge  die  Einladungen
ergehen  ließ.  Damals  bemühte  sich  nun  auch  Beust,  gewitzigt  durch
die  1852  gemachten  Erfahrungen,  die  Südstaaten,  von  denen  sich
namentlich  Bayern  widerharig  zeigte,  zum  Anschluß  zu  bewegen.
Inzwischen  kam  der  ergebnislose  Frankfurter  Fürstentag  im  August
1863,  in  Bayern  trat  an  Maximilians  II.  Stelle  am  10.  März  1864
Ludwig  II.,  der  dänische  Krieg  entbrannte,  der  mit  einem  glänzenden
Siege  der  österreichisch-preußischen  Waffen,  vornehmlich  aber  der
preußischen  Politik  endigte,  und  am  selben  Tage,  an  dem  Prinz
Friedrich  Karl  den  Übergang  nach  Alsen  begann,  am  28.  Juni,
wurde  der  neue  Zollvereinsvertrag  zwischen  Preußen,  Sachsen,  Kurhessen, ­
  den  thüringischen  Staaten,  Braunschweig  und  Frankfurt  vollzogen ­
  ;  nach  und  nach  folgten  die  übrigen,  und  nun  konnte  auch
am  11.  April  1865  der  Zoll-  und  Handelsvertrag  mit  (Österreich
seitens  des  neu  begründeten  Zollvereins  unterzeichnet  werden.
Der  Krieg  von  1866  änderte  alle  diese  Verhältnisse,
wenngleich  vor  der  Hand  während  und  auch  zunächst  nach  dem
Kriege  die  Zollerhebungen  und  sonstigen  Beziehungen  des  Zollvereins ­
  ruhig  fortbestanden.  Nach  Beendigung  des  Krieges  nämlich ­
  plante  der  an  der  Spitze  des  bayrischen  Ministeriums  stehende
Fürst  Chlodwig  zu  Hohenlohe-Schillingsfürst,  der  nachmalige  dritte
Kanzler  des  Deutschen  Reichs,  eine  parlamentarische  Reform
des  Zollvereins,  so  daß  dessen  Gesetze  von  nun  an  durch  den  norddeutschen ­
  Reichstag  und  die  süddeutschen  Einzellandtage  und  zwar
            
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