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nahmen noch erschlossen werden. Die Regierung berief daher den ja
panischen Reichstag zum 30. November 1904 und legte demselben den
Normaletat für das Jahr 1905/06 ini Voranschläge sowie den außer
ordentlichen Kriegsctat für das Jahr 1905 zur Genehmigung vor..
Der Voranschlag zum Normaletat des Jahres 1905/06 sieht an Aus
gaben 280 Millionen Jen und an Einnahmen 304 Millionen Jen
vor; es ergibt das betreffende Etatsjahr rechnungsmäßig also einen
Überschuß von 24 Millionen Jen, der durch weitere Ersparnisse noch
in die Höhe zu bringen war. Die Regierung entschloß sich daher zun
Vornahme verschiedener Einschränkungen, um aus diese Weise allein
aus dem Normaletat einen Überschuß von 123 Millionen Jen zu er
zielen; ferner wurden für die Kriegskosten noch 8 Millionen Jen aus
Spezialfonds überwiesen. Alle diese Einnahmen genügten jedoch bei
weitem nicht, um das Kriegsbedürfnis zu decken, daher mußte man
nochmals zur Steucrerhöhung und zur Aufnahme von Anleihen schreiten.
Zu diesem Zwecke hatte die Regierung einen neuen Finanzplan
ausgearbeitet, in welchem eine Erhöhung der Erträgnisse aus folgendeit
Steuerquelleit vorgesehen war. Es sollten mehr erbringen: die Grund
steuer, Einkommensteuer, Gewerbesteuer; die Steuer auf alkoholische
Getränke, auf Zucker und Arzeneien; die Bergwerks-, Register- und
Börsensteuer, solvie die Zölle. Weitere Einnahmen wollte man erbieten
durch die Einführung der folgenden neuen Stenern: Gewebesteuer, Ver
kehrssteuer, Erbschaftssteuer und dtirch das Salzmotiopol. Dieser Mehr
betrag wurde zu insgesamt 82 Millionen Den veranschlagt. Bei der
parlamentarischen Besprechung dieses Voranschlages im Reichstag wurden
diese Einnahmen jedoch auf 74 Millionen Den reduziert. Zur Deckung,
der weiter erforderlichen finanziellen Anfweitdungeit in Höhe von 566
Millionen Jen war in dem Finanzplan auf den Weg der Anleihen
verwiesen. Der Reichstag erhöhte den Anleihenvoranschlag noch um weitere
5 Millionen Tjen und setzte die Ausgaben des Normaletats um 1,5
Millionen Den durch fernere Ersparnisse herab, die somit ebenfalls für
die Bedürfnisse des Krieges frei wurden. Infolge dieser Veränderungen
gewaitn der schließlich vom japanischen Reichstage genehmigte Voran
schlag das folgende Aussehen, in Tausend Jen.
Normaletat:
Einnahme» 304333.9
Ausgaben 210 524.4
Überschuß 93809.5
Hierzu an nicht erforderlich gewesenen
Ausgaben im Etat der Marine und des Militärs 31149.7
Der Gesamtüberschuß betrug also
124.959.3