66
„Nun ja," warf Karl ein, „auch das sehe ich ein, daß der Unter
nehmer den Verkaufspreis nicht willkürlich erhöhen kann, weil er fönst von
der Konkurrenz geschlagen wird; aber kann er nicht den Lohn des- Arbeiters
nach Belieben herabsetzen und dadurch feinen Gewinn vergrößern? Kann j
er nicht in dem Beispiel, das Wilhelm vorhin anführte, dem Schreiner nur |
Mk 150 statt 2 Mk. Lohn zahlen und so seinen Gewinn auf Mk. 1'50 statt
1 Mk. erhöhen?" — „Wenn er das könnte," antwortete ich, „dann täte er !
§8 sicher: denn das ist allgemein das einzige Streben des kapitalistischen
Unternehmers, seinen Gewinn zu erhöhen. Wie es den Arbeitern dabei
ergeht, das ist gleichgültig. Aber was würde geschehen, wenn ein Unter- j
nehmer schlechtere Löhne zahlen würde als die anderen in derselben.
Branche?" — „Dann würde er bald keine Arbeiter mehr kriegen", erwiderte [
Karl. „Aber wie ist es denn, wenn die Löhne in der ganzen Branche
herabgesetzt werden?" „Dann würden wohl", meinte Wilhelm, „viele
Arbeiter versuchen, den Beruf zu wechseln, sie würden das Gewerbe mit de» j
niedrigen Löhnen verlassen imb eins mit besseren Lohnverhältnissen auf-;
suchen." — „Dann müßten aber doch", warf hier Karl ein, „die Löhne in
allen Gewerben gleich sein. Das ist aber nicht wahr. In unserer Fabrik >
zum Beispiel bekommt ein Monteur viel mehr Lohn als ein,Heizer." ,,^a,,
aber warum wird dann der Heizer nicht Monteur?" fragte ich.
„Weil er es nicht gelernt hat", erwiderte Karl. „Glaubst du denn,,
das kann man so ohneweiters, man braucht nur hinzugehen, um eine Ma
schine zu montieren? Da heißt es ordentlich lernen, bevor einer so
weit ist."
. „Nun siehst du", erwiderte ich. „wieso sich die Löhne nicht ganz aus-,
gleichen. Die Kraft der Arbeiter ist verschieden, ebenso ihre Geschicklichkeit: i
viel wichtiger aber sind die Unterschiede in der Vorbildung. Je langer einer,
braucht, um ein Gewerbe zu erlernen, um so höher sind in der Regel dort
die Löhne."
„Ja, aber", meinte Wilhelm, „tote ist es denn, wenn die Lohne in
allen Gewerbezweigen zugleich herabgesetzt werden? Da können doch dir
Arbeiter nicht von einem Gewerbe ins andere ausrücken, weil es doch überall
gleich schlecht ist." |
„Vielleicht aber", meinte ich, „können sie ins Ausland gehen und >
dort bessere Löhne suchen. Ist aber auch das nicht möglich, und bleiben die j
Löhne längere Zeit so niedrig, daß die Arbeiter nicht einmal so viel haben,
als sie zum Leben brauchen, dann werden viele von ihnen zugrunde gehen i
und infolgedessen werden die Löhne wieder steigen, denn dann müssen sich:
die Kapitalisten gegenseitig überbieten, um Arbeiter zu bekommen, ohne!
die sie nichts machen können." — - „Aber kommt denn das auch wirklich;
vor," fragte nun Wilhelm, „daß in einem ganzen Lande die Löhne auf!
einmal herabgesetzt werden? Das könnte doch nur sein, wenn sich alle |
Kapitalisten miteinander verabreden, und das ist doch sehr unwahrschein-1
sich." „Allerdings," erwiderte ich, „aber in einer anderen Form kommen j
leider solche allgemeinen Lohnherabsetzungen sehr häufig vor. Der Str- :
beiter bekommt, den Lohn in Geld ausgezahlt. Das kann er jedoch nicht
essen, er muß sich Essen, Kleider, Wohnung u. s. w. dafür erst kaufen. Wenn
aber alle diese Dinge teurer werden, dann bekommt der Arbeiter für seinen
alten Lohn nicht mehr dasselbe wie früher, sein Lohn ist in Wirklichkeit
gesunken." — „Ja, davon kann meine Mutter ein Lied singen", bestätigte i
Wilhelm. „Mein Vater ist doch Schutzmann und kriegt jeden Monat sein;
Geht
ausk
nicht
vorn
Milt
die i
nun
ausß
liest
Arm
grui
Wei
wär«
sie
gehe
gru
schw
fräfi
wäck
auch
ftgni
still
mit
hier
bei
Wiel
gan
dert
wen
bere
Firr
Diei
Str«
und
dürs
behc
müs
Bea
und
der
was