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III. HAUPTTEIL.
Zusammenfassung der Vertriebenen im Hilfsbund, sowie
die Übertragung der Hauerfürsorge auf das Rote Kreuz
und die Schaffung der Ministerialabteilung für Elsaß-
Lothringen im Reichsministerium des Innern wurden sie
zum größten Teil in eine feste Beziehung zueinander ge
bracht. Kur wenige Stellen stehen völlig außerhalb der
Gesamtorganisation, und diese ihren Spezialaufgaben ent
sprechend mit Recht. Ob freilich die gesamte Hilfsorgani
sation, so wie sie sich bis heute aus den Bedürfnissen der
Vertriebenen entwickelt hat, die bestmögliche Form dar
stellt, oder ob nicht vielmehr die Reichsregierung schon in
den ersten Monaten den Aufgabenkreis, der ihr durch die
Einwanderung Tausender von Deutschen aus Elsaß-Loth
ringen erwuchs, übersehen und die Durchführung dieser
Aufgaben sofort selbst in allen Punkten als leitende Zen
trale in die Hand nehmen mußte: das wird sich bei der
Besprechung dieser Aufgaben und ihrer bisherigen Lösung
beantworten lassen. Bevor wir in diese Besprechung ein-
treten, müssen wir im Rahmen dieser Zusammenstellung
aller im Dienste der vertriebenen Elsaß-Lothringer ste
henden Organisationen noch ein besonderes Gebiet des
Zusammenschlusses unter den Flüchtlingen berühren.
3. NICHTWIRTSCHAPTLICHE VEREINIGUNGEN
DER VERTRIEBENEN.
Es handelt sich um die zu rein kulturpolitischen
Zwecken von den Vertriebenen gegründeten Vereinigungen.
Es scheint verfehlt, von ihnen als von „im Dienste der Ver
triebenen aus Elsaß-Lothringen stehenden“ Vereinigungen
zu sprechen. Und doch trifft dies in gewissem Sinne zu.
Sie habe® die hohe Aufgabe zu erfüllen, die Stellung der
Flüchtlinge dem deutschen Volk gegenüber zu stärken, in
dem sie den Beweis erbringen, daß diese nicht nur als
Fordernde, sondern auch als Gebende zu ihren deutschen
Volksgenossen kommen. Ihr Ziel ist es, die nationalen
Kräfte, die in den Flüchtlingen ruhen, freizulegen und
das deutsche Volk zur Arbeit ati den großen außenpoli
tische® Problemen zu ertüchtigen. Sie wollen die wahren