Full text : Kapitalismus und Sozialismus

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kapital  einen  Profit  von  30.000  Mark,  also  ganze  3  Prozent;  sein  Gewinn
^ a i e  a^o  nod)  immer  von  10  auf  3  Prozent  gesunken.  Das  kann  ich  aber
doch  nicht  glauben  Da  müßte  er  doch  verrückt  sein,  um  das  zu  tun,  und
das  ist  er  gewiß  nicht.  Der  ist  ein  ganz  schlauer  Patron."
^ m ® e  ^  nuv '“  lvarf  ich  ein,  „ob  er  das  freiwillig  getan  hat."
0  -.xsd)  weiß  schon,  worauf  du  anspielst",  bemerkte  Wilhelm,  der  eine
Zeitlang  nachdenklich  geschwiegen  hatte.  „Ich  erinnere  mich  ganz  gut:  als
wir  von  der  Einführung  der  Maschinen  überhaupt  sprachen,  da  fanden  wir,
uiB  die  Kapitalisten  durch  die  Konkurrenz  gezwungen  werden,  immerfort
neue  Maschinen  einzustellen,  und  daß  sie  dabei  nur  so  lange  einen  besonderen
Vorteil  haben,  als  ste  ihren  Konkurrenten  voraus  sind.  Ist  die  neue  Maschine
allgeinein  eingeführt,  dann  hat  keiner  mehr  einen  Vorteil  davon.  Jetzt
Ktietnt  sick)  aber  sogar  herauszustellen,  daß  alle  zusammen  nicht  nur  keinen
Vorteil  haben,  sondern  einen  direkten  Nachteil,  wenn  nach  der  Ausgleichung
i  H  Profit  tm  Verhältnis  zum  angelegten  Kapital  kleiner  geworden  ist."
t  ..  »Ja,  aber  bei  meinem  Chef  kann  ich  das  doch  nicht  glauben",  erwiderte ­
  Karl;  „der  ist  dabei  ein  reicher  Mann  geworden.  Wenn  aber  unsere
vorige  Berechnung  richtig  wäre,  hätte  er  doch  verarmen  müssen."
r  'k^uN'  gar  so  schlimm  sah  es  doch  nicht  aus",  erwiderte  Wilhelm
mchend.  -Mach  unserer  Rechnung,  hat  er  doch  gegen  10.000  Mark  Prosit  von
damals,  letzt  oO  OM  Mark.  Das  ist  nicht  gerade  zum  Verhungern.  Aber  das
yn  ^ m L toa J ll: '  ^  eme  merkwürdige  Geschichte  ist:  denn  um  diese
.  0.000  Mark  zu  verdienen,  muß  er  jetzt  zehnmal  soviel  Kapital  anwenden
wie  früher.
„Ihr  vergeßt  beide,"  fiel  ich  ein,  „daß  der  Profit  nicht  in  dem  be-^f?ltenden
  Betrieb  allein  erzeugt  wird,  sondern  daß  der  in  der  ganzen  Gesell-Eaft
  ne»  erzeugte  Wert,  soweit  er  nicht  als  Lohn  an  die  Arbeiter  selbst
K'^uckbezahlt  wird,  durch  die  Konkurrenz  ziemlich  gleichmäßig  auf  alle
Kapitalien  verteilt  wird.  Es  kommt  also  dabei  nicht  nur  auf  das  Verhältnis
zwilchen  totem  Kapital  und  Arbeitslohn  in  Karls  Fabrik  an,  sondern  auf
das  tm  ganzen  Wirtschaftsgebiet,  also  zunächst  im  Deutschen  Reich  Im
allgemeinen  ist  aber  die  Entwicklung  noch  nicht  so  weit  fortgeschritten  wie
in  Karls  Fabrik,  der  Profit  ist  daher  auch  noch  nicht  so  stark  gesunken,  wie
es  unsere  Rechnung  ergeben  hat."

"Noch  nicht!"  riefen  Karl  und  Wilhelm  zugleich.  „Aber  mit  der  Zeit
mich  es  ,  denn  doch  dazu  kommen",  fuhr  Karl  fort.  „Denn  die  Konkurrenz
zwingt  ia  die  Kapitalisten  fortwährend,  Arbeiter  durch  Maschinen  zu  verdrangen:
  aber  dadurch  wirft  das  Kapital  nicht  nur  Arbeiter  aufs  Pflaster,
dadurch  ichadet  es  sich  selbst,  denn  es  verkürzt  immerfort  den  eigenen
Profit."

..  »Dadurch  aber,"  ergänzte  ich,  „wird  der  Prozeß,  in  dem  die  Großen
me  Kleinen  auffressen,  noch  beschleunigt:  denn  wir  haben  ja  gesehen,  daß
die  Konkurrenz  jeden  Kapitalisten  umbringt,  der  nicht  fortwährend  seinen
betrieb  ausbaut  und  vergrößert.  Je  kleiner  aber  der  Profit  im  Verhältnis
3um  angelegten  Kapital  wird,  desto  schwieriger  wird  es  für  den  kleineren
Kapitalisten,  so  große  Ersparungen  zu  machen.  Denn  abgehen  lassen  will
er  sich  iß  auch  nichts.  Natürlich,  beim  Riesenkapital,  da  spielen  die  paar
Lausende,  die  der  Kapitalist  für  sich  verbraucht,  kaum  eine  Rolle-  das  vermehrt ­
  sich  rapid,  auch  wenn  der  Profit  im  Verhältnis  kleiner  wird.  Der
kleinere  Kapitalist  aber  zehrt  seinen  ganzen  Profit  auf,  es  bleibt  nichts
übrig,  womit  er  seinen  Betrieb  vergrößern  könnte."
            
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