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gängerinnen werden Opfer für die Heidenbekehrnng mit den einfachen Wortenmir
in die Hand gelegt: „Dat is för de Heiden, dat se ok bald so glücklich
ward, als wi sünd.“
Das ist in den späteren Jahren keineswegs anders geworden; im
Gegenteil: das rein religiöse Moment hat sich noch viel mehr durchgesetzt.
Schon im Jahre 1862, also erst 7 Jahre nach Gründung
der ersten Niederlassung spricht sich der Superintendent Hardelehen,
der oberste Leiter der Mission, gegen die Kolonisten
aus. Er schließt seinen Bericht an Harms:
Kurzum: fast in jeder Hinsicht sind Kolonisten auf einer Station der
Mission nur zum Schaden. Man errichte daher in jedem größeren Kreise nur
eine Station, auf der auch einige Kolonisten sind. Die müssen von dort aus
auf den anderen Stationen zeitweilig aushelfen, wenn Bauten oder andere
Extraarbeiten solche Aushilfe nötig machen. Und da wir nun schon fast zu
viel Kolonisten haben, bitte, so senden Sie wenigstens die ersten 10 Jahre
doch ja keine mehr!
So sah es also damals mit der Hermannsburger Mission aus, in
der nach Le Play das „Problem der Kolonisation vollständig gelöst“
ist. Le Play war von der Idee der „Stammfämilie“, die nach ihm
in der schönsten Weise den Fortschritt mit dem Beharren vereinigt,
schon zu sehr eingenommen, so daß seine Objektivität in der Beobachtung
dadurch bedeutend geschwächt wurde. Vor allem kam
es ihm hier darauf an, die „Initiative“ dieser Familienform zu erweisen.
Dieser Gedanke hat ihn so beherrscht, daß bei ihm aus
der Hermannsburger Mission etwas ganz anderes wurde, als wirklich
vorhanden war.
In dieser Art der Beobachtung liegt eines der schwersten Bedenken
gegen die Monographien Le Play’s. Er hat oft gesehen,
was er sehen wollte; aber ebenso oft hat er auch das nicht gesehen,
was er nicht sehen wollte, was gegen seine schon anderweitig gewonnene
Meinung war.
Optimistische Beurteilung der Anerbenfamilie überhaupt.
Auch hier kann wieder die Darstellung der „Stammfamilie“ als
Beispiel gelten. Von ihr erwartete Le Play die „Soziale Reform“;
deshalb sah er an ihr nur die guten Seiten. Alles was man dagegen
anführen kann, erwähnte Le Play nicht.
Für die Geschwister des Anerben sieht Le Play nur Vorteile.
Sie haben es eigentlich viel besser als er selbst. Denn
alle Ersparnisse, die bei der einfachen Lebensweise gemacht werden, m. a. W.,.
alle Erzeugnisse des Gutes werden von ihm (dem Vater) und seinem Erben
dazu verwendet, sie in einen ihrem Charakter und den Gewohnheiten der-