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J ) 0. E. I, 590 ff.
Ganze, der es ihm ermöglichte, aus der Masse von Einzeltatsachen
das Wesentliche herauszuholen. Anders die Schüler, die wohl fleißig
Monographien aufnahmen, aber nicht darüber hinauskamen. Es
waren mehr Männer, die schon entdeckte Wahrheiten wiederholten,
als solche, die durch Entwicklung der Methode neue Beziehungen
enthüllen wollten. Deshalb, meint de Bousiers, hat die Sozialwissenschaft
seit dem Tode Le Play’s keine Fortschritte
mehr gemacht. Die Monographie „ist ein Instrument,
dessen sich Le Play allein zu bedienen wußte, um von der Arbeiterfamilie
zur Gesellschaft, von der Beobachtung zum Allgemeingültigen
emporzusteigen“.
De Bousiers, der der Schule der „Science sociale“ angehört, die
im Gegensatz zur Schule der „Beforme sociale“ bald nach dem Tode
des gemeinsamen Meisters die Methode von Grund aus änderte,
zeichnet hier die Unterschiede zwischen Le Play und seinen Nachfolgern
vielleicht etwas zu kraß, weil er die Absicht hat, Le Play
zu schonen und die Notwendigkeit einer Beform seiner Methode
damit zu erklären, daß nicht jeder ein Genie sein und den methodischen
Gang durch Intuition ersetzen könne. Diese ganze einleitende
Darlegung de Bousiers ist mehr eine captatio benevolentiae,
die ihn aber nicht hindert, die Irrtümer Le Play’s im weiteren
Verlaufe scharf unter die Lupe zu nehmen. Es ist richtig und
eigentlich auch selbstverständlich, daß Le Play seine Methode besser
zu handhaben wußte und mehr mit ihr erreichte als seine Schüler.
Aber auch er hat, wie sie, die Schwierigkeiten kennen gelernt,
die auf dem Wege von der Beobachtung zur Schlußfolgerung
liegen.
Erste Erfahrungen Le Play’s mit der Methode. Verzögerung
der Erfolge. Über seine ersten Erfahrungen mit der Methode
urteilt Le Play folgendermaßen:
Als ich mich anschickte, an die Erforschung der Menschen mit einem der
Erforschung der Mineralien ähnlichen Verfahren heranzutreten, empfand ich
ein Moment des Zögerns. Ich sah wohl, daß die Methode in beiden Wissenschaften
dieselbe war; aber ich fühlte auch, daß in mir der Mensch und
der Chemiker nicht dieselbe Indifferenz in Rücksicht auf die
gesuchten Resultate zeigten. Ich mußte mich also zunächst fragen,
ob meine Wahrheitsliebe dem Einfluß der materiellen, intellektuellen und
moralischen Gewohnheiten, die durch meine Erziehung bedingt waren, Widerstand
leisten würde *).