33
dustrieobligationen zu übernehmen. Ihre Effekten-Emissions- und
Konsortialgeschäfte gewinnen einen immer großzügigeren, aber
auch spekulativeren Charakter, der sich ebenfalls nur durch den
starken Rückhalt der kapitalkräftigen Deutschen Bank einiger
maßen rechtfertigen läßt.
Die Katastrophe erfaßte dann das Institut bei dem bekannten
Zusammenbruch der Rheinaugesellschaften während der großen
Krise im Jahre 1902, welche ihr auch weiter erhebliche Ver
luste brachte, sodaß sie auf eine Dividendenverteilung für dieses
Jahr verzichten mußte (bisher 6 °/ 0 ). Zur Deckung ihres Ver
lustsaldos und zu außerordentlichen Abschreibungen mußte sie
den Reservefonds mit über 2 Mill. Mk, heranziehen, sodaß sich
derselbe auf 0,38 Mill. ermäßigte. Noch während des mit sehr
großen Verlusten für die Bank verbundenen Krisenjahres fühlte
sie zum letzten Male ihre von der Deutschen Bank ererbte
Expansionslust wach werden. Unter dem Einfluß dieser nimmt
sie die seit 1856 bestehende altrenommierte Karlsruher Privat
bankfirma Ed. Kölle in ihre dortige Filiale auf.
Wohl erholte sich die Bank in den beiden darauf folgenden
Jahren einigermaßen (sie verteilt 1903 D/a °/ 0 , 1904 3’/ 2 °/ 0 Divi
dende), aber die Nachwirkungen der schweren Schädigung in
dem Krisenjahre und nicht zum mindesten der gewaltige Druck
der Berliner Großbank (diese war vor der Krise mit 2 1 / a Mill. Mk.
Aktienbesitz an dem Mannheimer Institut beteiligt, den sie
sicherlich während des Rheinaukraches bedeutend erweitert hat)
zwang sie dann zu der an anderer Stelle behandelten Fusion
in die Rheinische Creditbank Mannheim.