Full text: Konzentrationstendenzen im badischen Bankgewerbe

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dustrieobligationen zu übernehmen. Ihre Effekten-Emissions- und 
Konsortialgeschäfte gewinnen einen immer großzügigeren, aber 
auch spekulativeren Charakter, der sich ebenfalls nur durch den 
starken Rückhalt der kapitalkräftigen Deutschen Bank einiger 
maßen rechtfertigen läßt. 
Die Katastrophe erfaßte dann das Institut bei dem bekannten 
Zusammenbruch der Rheinaugesellschaften während der großen 
Krise im Jahre 1902, welche ihr auch weiter erhebliche Ver 
luste brachte, sodaß sie auf eine Dividendenverteilung für dieses 
Jahr verzichten mußte (bisher 6 °/ 0 ). Zur Deckung ihres Ver 
lustsaldos und zu außerordentlichen Abschreibungen mußte sie 
den Reservefonds mit über 2 Mill. Mk, heranziehen, sodaß sich 
derselbe auf 0,38 Mill. ermäßigte. Noch während des mit sehr 
großen Verlusten für die Bank verbundenen Krisenjahres fühlte 
sie zum letzten Male ihre von der Deutschen Bank ererbte 
Expansionslust wach werden. Unter dem Einfluß dieser nimmt 
sie die seit 1856 bestehende altrenommierte Karlsruher Privat 
bankfirma Ed. Kölle in ihre dortige Filiale auf. 
Wohl erholte sich die Bank in den beiden darauf folgenden 
Jahren einigermaßen (sie verteilt 1903 D/a °/ 0 , 1904 3’/ 2 °/ 0 Divi 
dende), aber die Nachwirkungen der schweren Schädigung in 
dem Krisenjahre und nicht zum mindesten der gewaltige Druck 
der Berliner Großbank (diese war vor der Krise mit 2 1 / a Mill. Mk. 
Aktienbesitz an dem Mannheimer Institut beteiligt, den sie 
sicherlich während des Rheinaukraches bedeutend erweitert hat) 
zwang sie dann zu der an anderer Stelle behandelten Fusion 
in die Rheinische Creditbank Mannheim.
	        
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