Full text : Konzentrationstendenzen im badischen Bankgewerbe

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Einfluß  nach  der  Fusion  ganz  von  sich  abzuschütteln,  darüber
kann  erst  die  Zukunft  Gewißheit  bringen.  Bemerkenswert  zu
diesem  Punkte  ist  noch,  daß  die  Rheinische  bei  der  Einverleibung ­
  der  Oberrheinischen  Bank  größtenteils  auch  deren  bisher
im  Interesse  der  Deutschen  Bank  arbeitende  Direktionsmitglieder
mitübernommen  hat,  wie  dies  schon  aus  rein  praktischen  Gründen
fast  immer  der  Fall  ist.  So  mußten  im  Jahre  1903,  wohl  veranlaßt ­
  durch  die  großen  Rheinauverluste,  2  Direktoren  der
Oberrheinischen  Bank  aus  dem  Zentraldirektorium  austreten;
anstelle  derer  trat  ein  Direktor  der  Bergisch-Märkischen  Bank
zu  Elberfeld 1 ),  was  auf  ein  Diktum  der  Deutschen  Bank  sicherlich ­
  zurückzuführen  ist.
Durch  die  völlige  Übernahme  der  Oberrheinischen  Bank
erzielte  die  Rheinische  gewaltige  Gewinne  interner  und  externer
Natur.  Ganz  abgesehen  von  dem  moralischen  Plus  an  Macht,
Einfluß  und  Vertrauen  der  Kundschaft,  das  mit  jeder  Betriebserweiterung ­
  verbunden  ist,  konnte  die  Rheinische  2,4  Mill.  M,
aus  dem  Fusionsgewinn  dem  Delkrederekonto  überweisen,
während  sie  den  Rest  des  aus  der  Transaktion  stammenden
Buchgewinnes  unter  vorsichtiger  Bewertung  der  Aktiven  zu
Rückstellungen  und  Abschreibungen  verwendete.  Die  Zentrale
der  Oberrheinischen  Bank  wurde  mit  der  Rheinischen  Creditbank
lokal  vereinigt.  In  dem  früheren  Bankgebäude  der  Oberrheinischen ­
  in  Heidelberg  wurde  neben  der  bereits  bestehenden
Filiale  eine  Depositenkasse  errichtet.  Die  Niederlassungen  in
Freiburg  i,/B.  und  Straßburg  i./E.  wurden  in  die  dortigen
Filialen  der  Rheinischen  aufgenommen;  ferner  betrieb  die  Rheinische ­
  die  Niederlassung  in  Rastatt  als  neue  Agentur  und  in
Bruchsal  als  Depositenkasse  weiter.  Die  Niederlassung  in  Mülhausen ­
  i./E.  wurde  ebenfalls  als  neue  Filiale  weitergeführt.
Im  Jahre  1906  konnte  sich  die  Rheinische  weiter  dezentralisieren ­
  durch  die  definitive  Übernahme  des  seit  1904  von
ihr  kommanditierten  Privatbankgeschäfts  Julius  Kahn  &  Co.  in
Pforzheim.  Den  diesbezüglichen  Verhandlungen,  die  schon  seit
1)  Ein  überwiegend  unter  dem  Einfluß  der  Deutschen  Bank  stehendes
Bankinstitut.
            
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