Full text : Konzentrationstendenzen im badischen Bankgewerbe

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Die  Konzentrationsbestrebungen  der  Rheinischen  Creditbank
  fanden  dann  ihren  Abschluß  in  der  großen  Finanztransaktion, ­
  die  drei  mächtige  süddeutsche  Banken  zu  einer  Einheit
verband.  Die  Rheinische  Creditbank,  die  an  leitender  Stelle
dieser  Finanzoperation  stand,  trat  in  eine  enge  Interessengemeinschaft ­
  mit  der  Pfälzischen  Bank  in  Ludwigshafen  a/Rh.  ein
und  vereinigte  mit  dieser  organisch  zugleich  die  Süddeutsche
Bank  durch  Fusion.  Letztere  war  schon  seit  1904  zum  Konzern
der  Rheinischen  Creditbank  zu  rechnen.
Die  Bedingungen,  unter  denen  diese  Transaktion  zustande
kam,  waren  folgende:  Um  den  verschiedenen  Voraussetzungen
zur  gleichwertigen  Vereinigung  bisher  nebeneinander  bestehender
Bankkörper  zu  genügen,  insbesondere  um  hinsichtlich  ihrer
Wertbemessung  ein  annähernd  gleiches  Niveau  zu  erreichen,  das
für  die  Herstellung  einer  Interessengemeinschaft  und  für  den
damit  verbundenen  Eintritt  in  den  Konzern  der  Deutschen  Bank
absolut  benötigt  wurde,  beschloß  die  Pfälzische  Bank  ihr  Grundkapital ­
  von  nom.  50  Mill.  M.  auf  nom.  40  Mill.  M.  zu  reduzieren,
woraus  sich  für  letztere  Bank  ein  Buchgewinn  von  10  Mill.  M.
ergab  neben  einem  Fusionsgewinn  von  1  882  362.40  M.,  zusammen ­
  11  882  562.40  M.  Hiervon  wurden  zunächst  die  Fusionskosten ­
  mit  ca.  1,2  Mill.  M.  bestritten  und  1,35  Mill.  M.  zur  Erhöhung ­
  des  gesetzlichen  Reservefonds  auf  10  Mill.  M.  benutzt.
Der  Rest  fand  seine  Verwendung  zu  Abschreibungen  auf  Debitoren, ­
  Effekten  und  Konsortialbestände  in  Höhe  von  rund  4  Mill.  M,,
die  restlichen  ca.  5  Mill.  M.  dienten  zu  stillen  Rücklagen.  Die
Gesamtreserven  inklusive  stillen  Reserven  dürften  hierdurch  und
nach  Aufnahme  der  Süddeutschen  Bank  mit  deren  Fonds  auf
etwa  30—35  °/ 0  des  Gesamtaktienkapitals  betragen.
Die  Möglichkeit,  auf  ihre  dubiosen  Konten  Abschreibungen
vornehmen  zu  können,  kam  ihr  insofern  sehr  erwünscht,  da  sie
in  den  letzten  Jahren  vor  dem  Eingehen  der  Interessengemeinschaft ­
  nicht  in  entsprechender  Höhe  Abschreibungen  vorgenommen ­
  hatte.  (Die  Dividende  von  früher  8  °/ 0  war  auf  4  bez.  5  °/ 0 ,
im  letzten  Jahre  auf  5^2  °/o  gefallen.)
            
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