ergiebigere Funde gerechnet werden. Sollten sich die auf den Fund von
Argerich aufgebauten Hoffnungen verwirklichen, so würde Argentinien ‚in
der Zone von Bahia Blanca ein Petroleumfeld besitzen, das gegenüber dem
von Comodoro Rivadavia den großen Vorteil voraus hätte, , dem Zentrum
des : Petroleumverbrauchs in Argentinien und auch dem Weltmarkt um
ca. 1000 km näher zu liegen.
Wenn die Anhänger der Theorie recht haben, welche die Entstehung
des Petroleums auf anorganischem Wege erklärt und mit den großen
Brüchen in Zusammenhang bringt, die beim Erkalten der (Erde in deren
Oberfläche entstanden, so dürfte sich Petroleum noch in vielen anderen
Gegenden Argentiniens finden. Derartige große transkontinentale Brüche
haben auf dem ganzen südamerikanischen Kontinent stattgefunden, wie sich
noch heute in dessen Topographie deutlich erkennen läßt. Besonders auf-
fallend ist diese Erscheinung in Patagonien, wo keine nachträglichen
Störungen durch tektonische Erdbewegungen eintraten und wo die Brüche
nur von den aus den Anden herabgeführten Schuttmassen überdeckt wurden.
Solche Bruchlinien stellen z. B. die mehr oder weniger parallel verlaufenden
Thäler des Rio Chico, Deseado, Senguer, Rio Negro, Rio Colorado und
Rio Salado dar. Auf den, meisten, dieser Linien sind Anzeichen von
Petroleum bereits gefunden worden, so— abgesehen von ComodoroRivadavia —
am Rio Santa Cruz, am Rio Negro und am oberen Colorado und nunmehr
bei Bahia Blanca.
Im Cordillerengebiet Argentiniens erfuhren die Bruchlinien durch nach- Mendoza.
trägliche tektonische Bewegungen starke Eingriffe, und man wird daher
größere Oellager nur in den Gegenden anzutreffen erwarten dürfen, in
welchen die tektonischen Störungen weniger heftig waren, d.h. entlang
der äußeren Ränder der eigentlichen Hochkordilleren. In jener Zone, wo
die Ebenen des Chaco in die Vorhügel der Kordilleren übergehen, hat man
„der Tat Petroleumfelder entdeckt.
In erster Linie sind hier die Gegenden der Cerros del Alquiträn und
de los Buitres zu erwähnen, die ungefähr 145 km südöstlich von San Rafael
liegen, “und die in einem kürzlich erschienenen ‘Bericht der Divisiön de
Minas y Geologia beschrieben werden. In dieser Zone wurden im Jahre 1908
der Gesellschaft El Petroleo Argentino 8 Mutungs- und Schürfrechte von je
2500 ha Oberfläche erteilt, und es gelang nach einem ersten vergeblichen
Versuch, mit einem zweiten Bohrloch schon in 300 m Tiete eine Petroleum-
quelle aufzuschließen, die 2 cbm per Tag liefert und deren Produkt dem
Petroleum von Chubut ähnlich ist. |
Die in der Provinz Mendoza gefundenen Petroleumlager setzen sich Neuquen,
Wahrscheinlich nach Süden und Norden hin, wenn auch mit Unterbrechungen,
fort. Hierfür sind die gleichfalls vor kurzem von der Divisiön de Minas y
Geologia untersuchten Rafaelitlager von Neuquen, die sich bei der Sierra
A uca Mahuida zwischen den Oberläufen des Rio Neuquen und Rio Colorado
nden, ein. vorläufig allerdings noch indirekter Beweis. Das Rafaelit ist ein
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