Diese Ziffer entbehrt vor allem der statistischen Zuverlässig
keit. Bei der Bestimmung der Höhe einzelner Posten des Volks
einkommens mußten wir, um zu einem annähernd richtigen Re
sultat zu kommen, öfters mit verschiedenen mutmaßlichen Daten
operieren. Der Mangel an exakten statistischen Daten machte die
Verwendung dieser mutmaßlichen Zahlen unumgänglich. Das von
uns erzielte Ergebnis ist zweitens zweifellos übertrieben. Bei
einigen Posten muß.ten wir unbedingt größere Zahlen verwenden
oder bei den Gesamteinnahmen bleiben. Die weitere Entwicklung
der Wirtschaftsstatistik wird zeigen, daß das erzielte Ergebnis die
Wirklichkeit übertrifft.
Und dennoch ist der von uns berechnete Betrag des Volks
einkommens sehr gering, sobald wir ihn pro Kopf der Bevölkerung
verteilen. Nach der Volkszählung vom Jahre 1897 gab es in den
50 europäischen Gouvernements 93442864 Einwohner beiderlei
Geschlechts. Im Jahre 1900 (wenn wir den Zuwachs mit 1,3 °/o an
setzen) erhöhte sich diese Zahl auf 97 134 792 Personen. Folglich
gleicht das Jahreseinkommen pro Bevölkerungskopf 63 Rubel. Nach
Mulhall betrug diese Summe indessen (im Jahre 1894) 74 Rubel. Nach
Pokrowski im gleichen Jahre 73 Rubel 1 ). Die unfreiwilligen Ab
weichungen der benannten Statistiken von den Tatsachen scheinen
noch bedeutender zu sein, als es bei uns der Fall ist.
der Industrieartikel im Jahre 1900 um 20 °o niedriger und diejenigen der
Landwirtschaftsprodukte um gerade so viel höher gewesen, so hätte das Volks
einkommen des europäischen Rußlands 250 Millionen Rubel mehr betragen,
als es nach unseren Berechnungen der Fall ist. Das Einkommen aus der In
dustrie hätte dann nicht mehr 54,6 °/o der landwirtschaftlichen Einnahme aus
gemacht, sondern, wie folgende Tabelle zeigt, nur 36,4 °/o.
Landwirtsch.
Industrie
Milk Rubel
Mill. Rubel
Proz.
Einnahme im Jahre 1900 . . . .
■ • • ■ 2738,3
1494,8
54,6
20 °/o dieser Einnahmen . . . .
■ • • • 547,7
299,0
—
Der angenommene Umfang des Einkommens 3286,0
1195,8
36,4
Die Schutzzollpolitik schraubt somit die Bedeutung der protektionierten
Produktionszweige künstlich auf. Dieses Resultat hat keineswegs nur eine
rechnerische Bedeutung. Es beweist, wie hoch die Einnahmen der Industrie
(besonders der Großfabrikanten) auf Kosten der Landwirte (hauptsächlich der
Bauern) aufgeschraubt sind.
') Mulhall, Industries and Wealth of nations, 1896, S. 391. Pokrowski,
»Zur Frage der Stabilität der Aktivenbilanz des russischen auswärtigen Han
dels,« S. 38. In beiden Fällen haben wir vom Nationaleinkommen das Ein
kommen der freien Berufe abgezogen (russisch).