Full text : München als Industriestadt

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Brauerei  eine  Ökonomie  betreibt  und  einen  größeren  Teil  seines
Bieres  in  der  Brauhausschenke  selbst  absetzt.  Wenn  auch  dem
letzteren  die  Ausgaben  für  Betriebsunkosten  und  Löhne  höher
zu  stehen  kommen,  so  ist  derselbe  doch  existenzfähig,  nur  muß
er  sich  leider  mit  einem  geringen  Gewinne  begnügen.  Angesichts ­
  der  modernen  Entwicklung,  welche  die  Brauindustrie
wie  alle  anderen  Industrien  ebenfalls  durchgemacht  hat,  konnten
diese  kleinsten  und  unvollkommensten  Unternehmungen  in
München  gegenüber  den  besser  organisierten,  rationelleren  Mittel- ­
  und  Großbetrieben  nicht  entsprechend  geschützt  werden,
auch  nicht  durch  künstliche  Maßregeln,  wie  eine  Ausdehnung
der  Steuerstaffeln.  Das  allgemeine  Bild,  das  sich  uns  ergibt,
ist  das  der  Konzentration  und  des  langsamen  Rückganges  der
kleinsten  Betriebe,  eine  Erscheinung,  wie  sie  mit  den  auch  auf
anderen  Wirtschaftsgebieten  gemachten  Beobachtungen  übereinstimmt. ­
  Der  Zug  nach  industrieller  Ausgestaltung  und  Konzentration ­
  der  Produktion  ist  hierin  unverkennbar,  es  entstehen ­
  Großbrauereien,  die  teils  auf  kleinen  Brauanlagen  aufgebaut, ­
  teils  durch  Aufsaugung  vieler  Kleinbetriebe  rasch  emporgewachsen ­
  sind.  Diese  Entwicklung  war  unausbleiblich,
denn  die  Handarbeit  mußte  durch  Maschinenarbeit  ersetzt  werden, ­
  um  so  durch  Verringerung  der  Unkosten  die  Produktion
zu  verbilligen  und  dem  steigenden  Bedarf  nach  Bier  durch  erheblich ­
  größere  Erzeugungsmengen  gerecht  zu  werden.
Sei  es  nun  zur  Nutzbarmachung  von  Transportkosten,
Kohlen  oder  Arbeitslohn  sparenden  Anlagen,  sei  es  zu  Investitionen, ­
  um  bei  geeigneter  Konjunktur  große  Rohstoffvorräte
längere  Zeit  aufspeichern  zu  können  oder  sei  es  endlich  um
die  Absatzgelegenheiten  einer  Brauerei  für  dieselbe  sicher  zu
stellen,  es  müssen  stets  große  Kapitalsummen  in  einer  Großbrauerei ­
  investiert  werden,  um  derselben  die  Zuwendung  dieser
Vorteile  auch  dauernd  zu  sichern.  Eine  Brauunternehmung
wird  Kapitalunternehmung;  das  Kapital  ist  aber  nicht  von  außen
in  das  Brauereigewerbe  hineingetragen,  sondern  ist  von  selbst
geschaffen.  Die  Entwicklung  der  Münchener  Brauereien  zum
Großbetrieb  hat  stets  den  Übergang  zu  einer  neuen  kapitalistischen ­
  Form  mit  sich  gebracht.  Das  Stadium  dieser  aufstrebenden ­
  Unternehmungen  bis  zum  Eintritt  in  großindustrielle  Be ­
            
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