Full text : München als Industriestadt

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wandt  und  sicher  lesen  können.  So  hat  sich  eine  besondere
Art  von  talentierten  Arbeitern  in  der  Fabrik  herausgebildet,
die  trotz  allem  ihren  Organisationen  nicht  fern  bleiben.
Fassen  wir  diese  Ergebnisse  unserer  Untersuchung  zusammen, ­
  so  läßt  sich  wohl  mit  Recht  die  sozialpolitische  Bedeutung ­
  des  großen  Fabrikunternehmens  betonen.  Die  Fabrik
entstand  zu  einer  Zeit,  als  die  Industrie  in  München  eben
erst  im  Erwachen  begriffen  war.  Daß  heute  die  Kunstmetropole
dennoch  die  größten  Lokomotivenfabriken  des  Kontinents  ihr
eigen  nennt,  daß  die  Arbeiterschaft  dieser  Großbetriebe  ganze
Vorstädte  Münchens  bevölkert,  daß  auf  allen  Schienenwegen
die  Erzeugnisse  dieser  Fabriken  das  Land  durchfahren,  das
sind  sozialpolitische  Werte,  die  für  das  bayerische  Land  und
für  München  selbst  von  unschätzbarer  Bedeutung  sind,  und  die
seitens  der  regierenden  Fürsten  sowohl  wie  der  Behörden  stets
richtig  erkannt  und  in  ihrer  Wichtigkeit  anerkannt  worden
sind.
Während,  wie  wir  sahen,  die  Firma  J.  A.  Maffei  neben
Lokomotiven  noch  andere  Maschinen,  Dampfkessel,  Dampfturbinen ­
  und  die  mannigfachsten  Werkzeugmaschinen  herstellte, ­
  beschäftigte  sich  die  Lokomotivfabrik  Krauß
&  Comp.  Aktiengesellschaft  seit  ihrer  Gründung  ausschließlich ­
  mit  dem  Bau  von  Lokomotiven  von  sehr  verschiedenem ­
  Typus.
Diese  Lokomotivfabrik  wurde  als  Kommanditgesellschaft
am  17.  Juli  1866  von  Georg  Krauß,  dem  ehemaligen  Obermaschinenmeister ­
  der  Schweizerischen  Nordostbahn,  unter  Mitwirkung ­
  von  vorwiegend  den  Handels-  und  Industriekreisen  der
Nachbarstadt  Augsburg  angehörigen  Interessenten  ins  Leben
gerufen.  Sie  entstand  deshalb  in  München,  weil  die  Fabrik
größtenteils  für  die  bayerischen  Staatsbahnen  arbeitete  und
doch  am  Sitz  der  bayerischen  Verkehrsverwaltung  den  besten
Standort  haben  mußte,  weil  hier  die  Verfrachtung  des  Fertigproduktes ­
  wegfiel,  welches  nach  einer  Prüfung  direkt  ab  Fabrik
übernommen  wurde.  Die  Fabrik,  welche  sich  bei  ihrer  Gründung ­
  schon  einem  dichten  Eisenbahnnetze  und  einem  stärkeren
Lokomotivenpark  gegenübersah,  mußte  von  Anfang  an  ebenso
für  den  Export  arbeiten.  Dank  der  Vorzüglichkeit  der  Fabri ­
            
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