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gnügen Vorbehalten, in den äußeren Bezirken dagegen nimmt
die Wohnbevölkerung rasch zu. Rings um die Stadt ziehen
sich Fabriken und Erholungsstätten, die aber mit der Erwei
terung des Bauareals immer weiter hinausgedrängt werden. Das
„gesellige München“ hat sich in ursprünglichem Zustande er
halten, dank der Fürsorge des königlichen Hauses, das als
Hauptziel die Verschönerung der Landeshauptstadt, ihre Er
hebung zur ersten Pflegestätte der Kunst und Wissenschaft in
deutschen Landen im Auge behielt.
„Ich will aus München eine Stadt machen, die Teutsch-
land zur Ehre gereichen soll, daß keiner Teutschland kennt,
wenn er nicht auch München gesehen hat,“ diese Worte hat
König Ludwig I. buchstäblich zur Wahrheit gemacht. Seine
Regierungszeit ist geradezu das Zeitalter der Wiedergeburt
der bildenden Künste und daß in Deutschland München der
Mittelpunkt erfolgreicher Kunstbestrebungen geworden, ist tat
sächlich sein Werk. München trägt von jener Zeit her das
Gepräge einer Kunststadt und diesen Ruf zu erhalten ist
man ängstlich bis in die neueste Zeit bestrebt und die städti
schen Kollegien schienen dies zu ihrer wesentlichen Aufgabe
gemacht zu haben. Diese ernste Kunstpflege auch durch den
Landesherrn ist ja bekanntlich von erstaunlichem wirt
schaftlichen Erfolge belohnt worden. Obwohl München weder
Handels- noch Industriezentrum ist, hat es sich ungeahnt rasch
aus einer mehr landstädtischen Residenz zu einer der größten
Städte Deutschlands entwickelt. Dazu trägt noch die stete
Steigerung seines Fremdenverkehrs weiter bei. München ist
Fremdenstadt heute im weitesten Sinne des Wortes. Nach
Angaben der Königl. Polizeidirektion bezifferte sich die Zahl
der Meldungen vorübergehend anwesender Fremden 1911 auf
551 585 — also nahezu die Größe der Einwohnerzahl, in Wirk
lichkeit aber dürften es nicht unter eine Million sein —, wäh
rend die Anzahl derselben im Jahre 1909 erst 480763 betrug.
Beigefügte Tabelle gibt genügend Aufschluß über die rasche
Zunahme des Fremdenzuzugs in der „Königsstadt“.
Fremdenverkehr in München (soweit polizeilich gemeldet)
aus den Akten des stat. Amts der Stadt München entnommen.