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Schweinshäute. Bei Bedarfsfällen greift man auch zu den Tier
häuten aus der nächsten Nachbarschaft, aus der Schweiz. Von
den verwendeten Gerbstoffen kommt nur die Fichtenrinde aus
Bayern; Eichenrinde wird hauptsächlich aus Ungarn bezogen,
da die Eichenschälwaldungen in Bayern infolge der größer
werdenden Unrentabilität im Verschwinden begriffen sind. Da
aber eine Gerberei heute nur leistungsfähig ist, wenn sie stets
eine Mischung der verschiedensten Gerbstoffe verwertet, be
zieht die Firma aus Südamerika, Brasilien die sogenannten
exotischen Gerbstoffe. Südfrankreich und Italien liefern das
berühmte Kastanienholzextrakt. Da die Fabrik ausgedehnte
Militärlieferungen ausführt, bei denen gut gegerbtes Leder
Grundbedingung ist, hat sie die schnelle, aber um so intensivere
Chromgerberei überhaupt nicht in ihren Betrieb aufgenommen.
Trotzdem arbeitet das Unternehmen nicht nach dem alten Gerb
verfahren, bei dem die Gerbung fast zwei Jahre dauert, son
dern hat zum Zwecke einer rascheren Umsetzung und Ver
wertung des Betriebskapitals sehr viele Apparate, wie Walk
fässer, eingeführt, welche unter Beibehaltung der vegetabili
schen Gerbung die Zeit „bis man die Häute wieder sieht“
auf 3—5 Monate festlegen.
Die Aktiengesellschaft für Lederfabrikation-München ist
nach allem materialorientiert, was noch deutlicher her
vortritt durch den Umstand, daß sie eine Exportfirma ist und
der Absatz mit über 2 / 3 der Gesamtproduktion auf das Aus
land fällt. München kommt als Konsumplatz nur in geringem
Maße in Betracht.
Die Arbeiterzahl, die sich bei unserer Erhebung auf 240
männliche und 15 weibliche belief, schließt Lehrlinge aus, denn
der gesamte Arbeiterstamm, der von dem Betriebe schon seit
Jahren herangezogen wird, weist wenig gelernte Gerber auf.
Die Arbeiter werden infolge der maschinellen Einrichtung heute
nur als Taglöhner eingestellt und erst mit der Zeit je nach
Befähigung besserer Arbeit zugeteilt, wo sie dann im Akkord
lohn bis zu 42 Mark pro Woche verdienen können. Sie sind
meistens in Fachverbänden oder Gewerkschaften organisiert,
was die Fabrikleitung jedoch nicht erfragt, da sie mit den
eigenen Arbeitern unter Ausschluß jeglichen Verbandes einen