Full text : München als Industriestadt

140

herstellt  und  den  Zwischenhandel  vollständig  ausschaltet,  gestalten ­
  sich  so,  daß  40  ojo  der  Fertigprodukte  nach  Amerika,
20  o/o  nach  England,  Frankreich,  Österreich,  Chile  und  Schweden
exportiert  werden  und  die  übrigen  30  o/ 0  der  Gesamtproduktion
sich  auf  die  sechzehn  Filialen  in  Deutschland  verteilen.  Der
Export  von  Lederhandschuhen  ist  in  München  der  größte  von
allen  Erzeugungsstätten  Deutschlands;  während  der  letzten
2  Monate  vor  unserer  Erhebung  wurden  allein  für  etwas  über
400  000  Mark  Handschuhe  ausgeführt.  Heute  bringt  der
Fremdenverkehr  mit  seinen  Veranstaltungen  die  reichen  Amerikaner ­
  und  Engländer,  denen  diese  Bestellungen  zu  verdanken
sind,  nach  München.
Außerdem  findet  seitens  der  Firma,  welche  eine  eigene
Gerberei  und  Färberei  an  den  Betrieb  angegliedert  hat,  ein
bedeutender  Versand  von  fertigen  Handschuhfellen  statt,  die
ihren  Weg  namentlich  nach  Schweden,  Norwegen  und  Rußland
nehmen.  Zugleich  werden  in  der  Lohnfärberei  die  eingesandten ­
  Felle  fremder  —  hauptsächlich  österreichischer  —  Fabrikanten ­
  gegen  festen  Preis  gefärbt  und  „gebimst“.  Das  Rohmaterial ­
  der  Handschufabriken  bilden  die  Lammfelle,  Ziegenfelle, ­
  Reh-  und  Renntierfelle,  aus  welchen  durch  ein  eigenes
Weißgerbverfahren  das  Handschuhleder  gewonnen  wird.  Die
Lammfelle  bezieht  die  Firma  von  einer  Agentur  in  Florenz,
welche  diese  Felle  einzeln  zusammenkauft  und  an  bestimmte
Lederfabrikanten  weiterverkauft.  Mittels  Offerte  werden  Ziegenfelle ­
  aus  Sachsen  und  Bayern  selbst  bezogen;  Rehfelle  kommen
aus  Deutschland,  Renntierfelle  liefert  Rußland  in  größeren
Mengen.
Da  es  bei  der  Handschuhfabrikation  auf  die  subtile  Behandlung ­
  des  Materials  ankommt,  spielt  die  Maschine  bis  auf
die  Nähmaschine  in  diesem  Gewerbezweig  keine  so  große
Rolle,  als  man  bei  der  Massenproduktion  von  Handschuhen
anzunehmen  geneigt  ist.  Trotzdem  besitzt  die  Firma  Roeckl
eine  Anzahl  Lederbearbeitungsmaschinen,  die  auf  die  Angliederung ­
  der  Gerberei  und  Färberei  zurückzuführen  sind.  Ein
Wasserrad  überträgt  die  Kräfte  der  Isar  auf  die  verschiedenen
Entfleischungs-,  Walk-  und  Bimsmaschinen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.