Full text : München als Industriestadt

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Kreis  als  der  wichtigste  Ausgangspunkt  des  Zuzugs  aus  dem
Landesinnern  nach  der  Hauptstadt:  beinahe  76  000  Einwohner
oder  14  "p/o  der  gesamten  Bevölkerung  waren  aus  einer  oberbayerischen ­
  Gemeinde  nach  München  gezogen.  Allein  auch
die  übrigen  südlichen  Kreise  und  die  Oberpfalz  steuern  nicht
viel  weniger  zur  hauptstädtischen  Bevölkerung  bei;  von  Niederbayern ­
  stammten  über  58  000,  aus  Schwaben  fast  35  000  und
aus  der  Oberpfalz  beinahe  40  000  Personen  der  Münchener  Bevölkerung, ­
  so  daß  beinahe  der  vierte  Teil  der  gesamten  Einwohnerschaft ­
  in  diesen  drei  Kreisen  geboren  war.
Die  Bevölkerung  der  Hauptstadt  besteht  also  in  ihrer  überwiegenden ­
  Mehrheit  aus  altbayerischen  Elementen,  auch  unter
den  Zugewanderten  bilden  die  Oberbayern,  Niederbayern  und
Oberpfälzer  den  Hauptkern.  Erheblich  ist,  wie  oben  gezeigt,
auch  die  Zuwanderung  aus  Schwaben.  Dagegen  steuern  die
fränkischen  Gebietsteile  und  die  Pfalz  zusammen  nicht  einmal
den  zehnten  Teil  der  hauptstädtischen  Einwohnerschaft  bei.  Da
München,  wie  überhaupt  die  süddeutschen  Hauptstädte,  ein
Zuwanderungszentrum  für  einen  Umkreis  ist,  der  sich  fast  auf
das  Staatsgebiet  beschränkt  und  so  im  Gegensatz  steht  zu  Berlin, ­
  der  ersten  Stadt  des  deutschen  Reiches,  für  welche  dessen
Gesamtgebiet  als  Zuwanderungsrayon  in  Betracht  kommt,
nimmt  es  nicht  wunder,  daß  die  auswärts  geborene  Bevölkerung
mit  der  Entfernung  sich  recht  schnell  verringert,  eine  auch  für
die  sonstigen  Herkunftsbezirke  zutreffende  Tatsache.
Dann  darf  man  nicht  vergessen,  daß  München  das  Zuwanderungszentrum ­
  für  die  fast  ausschließlich  katholische  Landbevölkerung ­
  Ober-  und  Niederbayerns  sowie  Schwabens  und
der  Oberpfalz  ist,  während  die  rechtsrheinischen  Regierungsbezirke ­
  mit  vorwiegend  evangelischen  Bewohnern  ihren  wirtschaftlichen ­
  Mittelpunkt  in  Nürnberg  haben.  Auf  diese  Tatsache ­
  kommen  wir  noch  zurück.
Allgemein  wollen  wir  hier  feststellen,  daß  das  Wachstum
der  Bevölkerung  Münchens  während  der  verflossenen  Jahrzehnte ­
  weit  mehr  auf  starker  Zunahme  als  auf  natürlicher
-Vermehrung  beruhte  und  zwar  hat  sie  seit  Gründung  des
Reiches  beinahe  zu  vier  Fünftel  durch  den  Überschuß  der
            
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