Full text : München als Industriestadt

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nehmen  der  Isarwerke,  die  unter  Ausnützung  von  etwa  10  000
Pferdekräften  in  der  Isar  oberhalb  Münchens  bedeutende
Kraftanlagen  geschaffen  und  damit  eine  stattliche  Zahl  von
Industrien,  darunter  solche  von  mehr  als  1000  Arbeitern  nach
München  gezogen  haben.“
Ein  Hemmschuh  für  die  Neuansiedelung  von  Industrien
bilden,  wie  wir  schon  ausgeführt  haben,  die  allzustrengen
lokalen  Bauvorschriften.  Man  kann  ja  die  Industrie  an  der
Grenze  des  Burgfriedens,  in  den  Vororten  ansiedeln,  wenn
man  absolut  die  Umgebung  dem  Fremdenverkehr  zuliebe
nicht  verunstalten  will,  was  noch  immer  eine  offene  Frage
bleiben  muß,  da  bei  den  heutigen  Anlagen  von  Fabriken  eine
Anpassung  an  die  Gegend  schon  möglich  ist.
Aus  der  neuesten  Zeit  datieren  Offerten  von  Stadtgemeinden, ­
  welche  ganz  verlockende  Bedingungen  für  die
Industrie  enthalten.  Könnte  man  auch  nicht,  wie  diese,  eine
freie  Überlassung  günstiger  mit  Gleisanschlüssen  versehener
Baugründe  ermöglichen,  so  wäre  es  doch  in  Erwägung  zu
ziehen,  ob  man  nicht  erheblich  billigere  Baugründe  wie  die
derzeitig  angebotenen  den  Industrien  als  Ansiedelungsplätze
zuzuweisen  vermöchte.  Wenn  dann  noch  die  Gemeinde  einen
größeren  Teil  der  Wasserleitungskosten  und  die  Herstellung
der  nötigen  Kanalisation  übernehmen  würde,  wäre  es  einer
neu  aufstrebenden  Industrie  auch  möglich,  die  zu  ihrem  Betriebe ­
  notwendigen  Arbeitermengen  zu  bekommen,  da  sie  dieselben ­
  durch  höhere  Löhne  nach  hier  ziehen  müßte.  Dies
kann  keiner  Industrie  schwer  fallen,  wenn  man  berücksichtigt,
daß  gerade  die  besser  gelernten  Arbeiter  die  Großstadt  am
liebsten  zu  ihrem  Wirkungsfeld  machen,  sobald  sie  zufriedenstellende ­
  Befriedigung  ihrer  Lebens-  und  Wohnungsbedürfnisse ­
  zu  erhalten  glauben.  Es  ist  ja  klar,  daß  die  Wohnungsfrage, ­
  welche  mit  einem  zahlreichen  Zuzuge  auswärtiger  Arbeitskräfte ­
  bei  Entwicklung  von  Großindustrien  unmittelbar
verknüpft  ist,  wieder  ernsthaft  in  den  Vordergrund  treten
muß.  Doch  darauf  näher  einzugehen,  dünkt  uns  nicht  geeignet ­
  und  wir  verweisen  auf  die  vom  statistischen  Amt  der
Stadt  München  herausgegebenen  Schriften  und  Berichte,  aus
denen  der  in  diesem  Falle  einzuschlagende  Weg  ersichtlich  ist.
            
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