Full text : München als Industriestadt

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Darin  liegt  die  Erklärung  dafür,  daß  in  München,  wohin  'das
Rohmaterial  von  weither  bezogen  werden  muß,  Eisengießereien
bestehen  können,  obwohl  ja  durch  die  Eisenindustrien  in  der
Stadt  selbst  Alteisen  in  größeren  Mengen  an  Stelle  des  Roheisens ­
  treten  kann  und  so  letzteres  entbehrlicher  wird.
ln  der  Industrie  der  Steine  und  Erden  ist  München  auch
nicht  groß.  Die  Betriebe,  die  sich  mit  der  Fabrikation  feiner
Steinwaren  befaßten,  gingen  zurück,  die  Zementfabriken  nahmen ­
  sehr  ab,  was  aber  der  Kunststeinverfertigung  zugute  kam.
Bemerkenswert  ist  das  Verschwinden  der  Ziegeleien  innerhalb ­
  Münchens  Mauern.  Die  großen  „Ziegeleiwerke  A.  G.“
haben  ihren  Betrieb  nach  Unterföhring,  einem  Vorort  Münchens
verlegt,  da  sich  eine  Ausziegelung  des  lehmigen  Bodens,  innerhalb ­
  des  Burgfriedens  der,  Stadt  eingestellt  hat.
Von  der  Gruppe  der  metallverarbeitenden  Industrien  fehlen ­
  für  München  gänzlich  die  Spielwarenindustrien  wohl  wegen
der  von  altersher  berühmten  und  blühenden  Industrie  in  dem
nahen  Nürnberg,  das  sich  wie  München  seiner  Kunst  im  allgemeinen ­
  auch  sehr  rühmen  kann  und  äußerst  geschmackvolle ­
  Produkte  dieser  Art  auf  den  Markt  bringt.  Die  Schrot-■und
  Bleikugelfabrikation,  die  Näh-  und  Stecknadelfabrikation,
Herstellung  von  Aluminiumwaren  sind  sämtlich  nicht  mehr
vorhanden  und  haben  als  ihren  Standort  Nürnberg  gewählt.
Trotz  ähnlicher  Vorbedingungen  wie  in  Augsburg,  Kaufbeuren
und  anderen  oberfränkischen  Orten,  den  alteingesessenen  Arbeiterstamm ­
  ausgenommen,  fehlt  in  München  die  Textilindustrie, ­
  deren  Fertigprodukte  nicht  sehr  hochwertig  sind  gegenüber ­
  dem  Rohmaterial,  fast  gänzlich.  Weder  reine  Spinnereien,
noch  Spinnwebereien  oder  Webereien  sind  in  München  zu
finden.  Nur  eine  beschränkte  Anzahl  von  Allein-  und  Kleinbetrieben ­
  weist  es  in  der  Stickerei  und  Wirkerei  auf.  Von
den  113  Millionen  Mark  festgelegtem  Wert  an  Kapitalaufwand
für  Gebäude,  Maschinen,  Kraft  und  Betriebsfonds  der  Baumwollanlagen
  in  Bayern  hat  München  auch  gar  keinen  Anteil.
Da  die  Baumwolle  selbst  aus  den  Südstaaten  der  amerikanischen ­
  Union,  aus  Westindien,  Ostindien  und  den  Vereinigten
Staaten  eingeführt  wird,  so  kann  es  der  Unterschied  der  Frachtkosten ­
  nicht  sein,  w'as  diese  Industrie  von  München  fernhält,
            
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