Full text: München als Industriestadt

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Verkehrsmittel verwenden, vielfach nur die Anschaffung ge 
brauchter Maschinen in Betracht. Außerdem hat die auswärtige 
Konkurrenz überall Verkaufslokale in der Stadt. Wohl ist 
der gelernte Arbeiterstamm, der in diesem Falle maßgebende 
Faktor für die Wahl des Standorts, vorhanden und würde 
sich ohne große Schwierigkeiten aus nächster Nähe ergänzen 
lassen; aber nur bei größten Kapitalinvestierungen wäre, wie 
uns wiederholt versichert wurde, ein Wiederaufblühen der In 
dustrie in den Mauern der Stadt möglich. 
Bekanntlich hat sich seit den zwei letzten Dezennien des 
vorigen Jahrhunderts auf den verschiedensten Gebieten der 
praktischen Chemie ein immer lebhafteres Bestreben gezeigt, 
das Haus- und Kleingewerbe zur Fabrikation überzuführen, die 
wissenschaftlichen Errungenschaften möglichst unmittelbar der 
technischen Verwertung zugänglich zu machen. Da aber für 
die chemische Industrie nicht nur die Wasserwege von Bedeu 
tung sind wegen der billigen Verfrachtung der Fertigprodukte 
und der Beschaffung des Rohmaterials, so liegt an der Lö 
sung der Frage über die Wasserrechte, die Ausnützung der 
vorhandenen Wasserkräfte in der bayerischen Hochebene nicht 
nur die Existenzbedingung für die chemische Industrie der 
Stadt München, sondern für die ganze Entwicklung dieser 
Industrie in Bayern. Von dieser Bedingung hängt es ab, ob die 
chemische Industrie sich in Bayern eines Aufschwungs erfreut 
oder ob sie sich ins Ausland wendet. In München gingen die 
chemischen Werke zurück mit Ausnahme der Herstellung „son 
stiger chemischer Präparate“. Auch die Herstellung von 
Farbmaterial zeigt eine Neigung zur Entwicklung von Mittel 
betrieben. Von großer Bedeutung aber ist diese Industrie 
in München nicht für uns, da sie im ganzen rund 700 Per 
sonen beschäftigt. In der Nähe von München, in Pasing, 
befindet sich ein Betrieb, der der näheren Betrachtung wegen 
der für München ins Gewicht fallenden Eigenart der Roh 
produkte nicht entzogen werden darf. Aus den umliegenden 
Gasfabriken sammelt sich diese Fabrik den Rohteer, jährlich 
ca. 800 Tonnen, um diesen Steinkohlenteer sowie das Teeröl 
weiterzuverarbeiten zu Benzol, Toluol, Naphtalin, Karbolsäu 
ren, besonders Rech und vielen anderen Nebenprodukten. Das
	        
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